Warum sind Blauwale als Haustiere ungeeignet?

Es ist ein Gedanke, der Tierfreunde mit einem Hang zum Exzentrischen durchaus mal beschleichen könnte: Man hat noch Platz im Herzen und theoretisch auch im Badezimmer, also warum nicht einen Blauwal? Auf den ersten Blick scheint die Idee fast schon genial. Kein lästiges Gassi gehen im Regen, kein Zerkratzen der Möbel und definitiv ein unvergleichliches Gesprächsthema auf Partys. Doch die anfängliche Euphorie weicht bei genauerer Betrachtung schnell einer ernüchternden Realität.

Das offensichtlichste Problem ist natürlich der mangelnde Auslauf. Ein Blauwal legt am Tag gerne mal Strecken zurück, für die ein Mensch ins Flugzeug steigen müsste. Eine 2-Meter-Standard-Badewanne bietet da, seien wir ehrlich, weniger Bewegungsfreiheit als ein Economy-Class-Sitz. Selbst mit der besten Unterwassermusik und Badespielzeug in Form von Quietsche-U-Booten kommt schnell Frust auf. Das ständige Anstoßen am Seifenschälchen und am Wasserhahn führt zu einem emotionalen Tief, das selbst die größten Krill-Vorkommen nicht mehr ausgleichen können.

Doch die Platzfrage ist nur die Spitze des Eisbergs. Reden wir über die Fütterung. Ein ausgewachsener Blauwal benötigt täglich bis zu vier Tonnen Krill. Der lokale Supermarkt wird bei der Frage nach „einmal Krill für den Großeinkauf“ vermutlich nur mit den Achseln zucken. Selbst wenn es gelingt, einen Großhändler aufzutun, stellt sich die Frage der Lagerung. Ein handelsüblicher Gefrierschrank, der schon mit einer Familienpackung Fischstäbchen überfordert ist, wird hier kläglich versagen. Das Chaos, das eine solche Fütterung im Badezimmer anrichtet, lässt jeden Kindergeburtstag wie ein steriles Labor aussehen.

Nicht zu vergessen: die sozialen Bedürfnisse. Blauwale kommunizieren über Infraschall, der hunderte Kilometer weit reicht. Man stelle sich vor, der neue Mitbewohner versucht, mit seinem Kumpel vor der Küste Norwegens zu plaudern. Die Nachbarn, die sich schon über zu laute Musik beschweren, werden die tiefen Vibrationen, die ihre Gläser im Schrank tanzen lassen, garantiert nicht zu schätzen wissen.

Am Ende muss man sich also der traurigen Wahrheit stellen: Die Haltung eines Blauwals als Haustier ist mit größeren Herausforderungen verbunden. Vielleicht ist ein Goldfisch doch die vernünftigere Alternative. Er passt besser ins Glas und seine Futterkosten sprengen nicht gleich das Haushaltsbudget.


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