Die Kinder des flüsternden Waldes | Märchenstunde

Es war einmal ein Wald, den niemand betrat, außer jenen, die sich in der Stille zu verlieren wagten. Die Bäume standen so hoch, dass sie die Sterne berührten, und das Flüstern des Windes klang wie alte Lieder, die niemand mehr verstand.

Eines Tages fanden zwei Kinder, Leo und Mila, den Weg in diesen Wald. Sie hatten keine Angst, nur Neugierde in ihren Herzen. Auf ihrem Weg durch das Dickicht entdeckten sie leuchtende Pilze, die wie kleine Laternen den Pfad erhellten. Seltsame, fremde Menschen, gekleidet in uralten Gewändern, gingen lautlos an ihnen vorbei, als wären sie Geister einer längst vergangenen Zeit.

„Wer seid ihr?“ fragte Mila mutig eine der Gestalten. Die Gestalt lächelte sanft und antwortete: „Wir sind die Hüter der Geheimnisse dieses Waldes. Nur die, die reinen Herzens sind, können uns sehen.“

Die Kinder folgten den Hütern tiefer in den Wald, wo ein Nebel den Boden bedeckte und die Luft schwer von Magie war. Plötzlich öffnete sich vor ihnen eine Lichtung, auf der ein uralter Baum stand, dessen Zweige in allen Farben des Regenbogens schimmerten. Der Baum war das Herz des Waldes, und seine Flüstern erzählten von Zeiten, in denen die Menschen noch mit der Natur im Einklang lebten.

„Ihr habt den Weg hierher gefunden, weil ihr das Geheimnis des Waldes bewahren werdet,“ sprach der Baum mit einer Stimme, die wie Donner in der Ferne hallte. „Euer Herz ist rein, und deshalb werdet ihr die neuen Hüter dieses Ortes.“

Und so blieben Leo und Mila im Wald, die Beschützer des magischen Reiches. Sie alterten nicht, denn der Wald hielt sie jung und ihre Geschichten lebendig. Wer den flüsternden Wald heute betritt, mag sie vielleicht sehen – aber nur, wenn das Herz genauso rein ist wie das ihre.


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