
Mentari Baumann, eine queer-feministische Katholikin, diskutiert in ihrem Artikel ihre Erfahrungen mit ihrer katholischen Identität im Kontext von queeren und feministischen Kämpfen. Sie wird oft gefragt, warum sie noch katholisch ist, und sieht sich mit der Annahme konfrontiert, dass die Kirche nicht für Menschen wie sie gemacht ist.
Mentari argumentiert, dass ihre Zugehörigkeit zur katholischen Kirche auf einer Kombination von spiritueller Heimat, persönlicher Erfahrung mit Gott, ihrer bikulturellen Herkunft und ihrem Willen beruht. Sie betont, dass sie nicht bereit ist, anderen zu erlauben, ihre katholische Identität zu definieren. Trotzdem erlebt sie oft, dass sie ihre Identität zensieren muss, wenn sie mit anderen Kirchenmitgliedern interagiert.
Die Autorin betont, dass private Erfahrungen, wie das Sein einer queeren Person oder einer berufstätigen Mutter, politisch sind, da sie von gesellschaftlichen Strukturen beeinflusst werden. Sie führt weiter aus, dass sie als queer-feministische Katholikin automatisch politisch wird, wenn sie offen für ihre Identität eintritt.
Mentari sieht die Herausforderungen, mit denen queere Menschen in der katholischen Kirche konfrontiert sind, als nur einen kleinen Teil eines größeren Problems an, das unter anderem problematische Machtstrukturen, Missbrauch und Ungleichheiten umfasst. Sie betont, dass viele Katholiken trotz der bestehenden Strukturen in der Kirche bleiben, weil sie für Gerechtigkeit kämpfen wollen.
Die Autorin erwähnt auch die Allianz Gleichwürdig Katholisch, ein Reformprojekt, das sich für eine gleichberechtigte, gerechte, solidarische und demokratische Kirche einsetzt. Sie spricht davon, wie sie in diesem Rahmen arbeitet, um ihre Vision einer inklusiven Kirche zu verwirklichen, und betont, dass das Engagement für gleiche Würde und Rechte überall stattfindet.
Ein fiktiver Leserbrief als Antwort
Betreff: Reaktion auf „Warum tue ich mir das noch an, dieses katholisch-sein?„
Sehr geehrte Redaktion,
als langjähriger evangelisch-lutherischer Christ habe ich den Beitrag von Mentari Baumann mit großem Interesse gelesen. Das Thema ist heikel, aber der Mut von Mentari Baumann, ihre persönliche Geschichte und ihre queer-feministischen Kämpfe zu teilen, ist bewundernswert.
Ich kann nicht den gleichen Kampf wie Mentari führen, da ich nicht ihre persönlichen Erfahrungen teile, aber ich kann aus meiner Position heraus darauf hinweisen, dass wir als Christen dazu aufgerufen sind, unsere Mitmenschen zu lieben und zu respektieren. In der evangelischen Kirche ist uns das Konzept der allgemeinen Priesterschaft aller Gläubigen sehr wichtig. Es betont die Gleichheit aller Menschen vor Gott und lädt uns ein, eine aktive Rolle in unserer Kirche und Gesellschaft zu spielen. Es ist klar, dass dies auch die Anerkennung der Gleichberechtigung und der Würde aller Menschen beinhaltet, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft oder sonstigen Faktoren.
Ich kann nur erahnen, welche Herausforderungen Menschen wie Mentari Baumann erleben, die versuchen, ihren Glauben in einer Institution zu leben, die ihre Identität und ihren Lebensstil nicht immer anerkennt oder respektiert. Doch ich möchte mich ihrer Forderung nach „Gleichberechtigung.Punkt.Amen“ anschließen.
Ich glaube, dass die Kirche in ihrer Gesamtheit eine Gemeinschaft sein sollte, die ihre Mitglieder in all ihrer Vielfalt annimmt und sie darin unterstützt, ihren Glauben zu leben. Es ist daher ermutigend zu sehen, wie Mentari und andere Mitglieder der katholischen Kirche sich für Reformen einsetzen und nach Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie in ihrer Kirche streben. Es ist ein Aufruf an uns alle, unabhängig von unserer Konfession, an der Schaffung einer inklusiven und gerechten Kirche mitzuwirken.
Lassen Sie uns also weiterhin das Gespräch über die Rolle der Kirche in der Gesellschaft und über die Notwendigkeit von Reformen führen, um eine wirklich inklusive Gemeinschaft zu schaffen, die alle ihre Mitglieder respektiert und wertschätzt.
Mit freundlichen Grüßen,
god.fish



Kommentar verfassen