Energie-Embargo? Je länger der Krieg dauert, desto gefährlicher auch für die EU und Deutschland

Besonders aus Deutschland hört man in mantraartigen Wiederholungsschleifen, dass Deutschland sehr stark vom russischen Erdgas abhängig sei und deshalb kein Embargo gegen russische Rohstoffe wolle. Die deutsche Wirtschaft könne im Falle eines Embargos um etwa 2% oder 5% weniger wachsen, davor habe man in Deutschland Bedenken.

Das mag alles stimmen. In Deutschland müsste man gewisse Einschnitte hinnehmen, wenn es ein Energie-Embargo gegen russische Rohstoffe gäbe.

Man muss sich aber auch einmal klarmachen, dass mit jedem Tag, den der Krieg in der Ukraine länger dauert, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dieser Krieg auf die EU übergreifen könnte.

Denn das Wesen des Krieges ist seine Unberechenbarkeit.

Es reichen schon ein paar Missverständnisse, es reicht eine angeheizte Stimmung, es reichen ein paar Provokationen und die falschen Reaktionen darauf, schon ist der Krieg mitten in der EU.

Deswegen ist es speziell für Deutschland, welches sich mit seiner Bundeswehr in keinster Weise gegen einen russischen Angriff verteidigen könnte, ziemlich leichtsinnig, weiterhin auf sein Wirtschaftswachstum zu schielen. Denn morgen könnte ein Rückgang des Wirtschaftswachstums das geringste Übel sein, morgen, falls der Krieg in die EU schwappen sollte.

Und wie gesagt, je länger Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert, je länger die impliziten Drohungen Russlands auch gegen Länder der EU im Raum stehen, desto wahrscheinlicher wird es, dass für die EU der Kriegsfall eintritt.

Im superreichen Deutschland sollte man sich darauf besinnen, dass man zwar als Wirtschaftsmacht sehr groß und mächtig ist, militärisch aber ein Zwerg. Vor diesem Hintergrund sollte man wirtschaftlich alles ermöglichen und in die Wege leiten, um die weitere Finanzierung von Putins Regime und somit diesen Krieg im Vorfeld auszutrocknen finanziell. Denn militärisch will man diesen Krieg sicher nicht führen müssen.

Die meisten Menschen in Deutschland oder auch im Westen hatten im Vorfeld des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine diesen Krieg nicht für möglich gehalten. Er passte einfach nicht ins wirtschaftlich logische Denken des Westens. Trotzdem ist er gekommen. Putin denkt in dieser Hinsicht offensichtlich keinesfalls wirtschaftlich. Viele Menschen halten aktuell auch einen Angriffskrieg gegen die EU, gegen Länder der NATO, für unwahrscheinlich. Das sagt aber nichts über die tatsächliche Wahrscheinlichkeit aus, ob die EU demnächst in diesen Krieg verwickelt werden könnte. Nur, weil man sich etwas nicht vorstellen kann, heißt das noch nicht, dass es nicht passieren wird.

Mit jedem Tag, den der Krieg in der Ukraine länger dauert, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Krieg auf die EU übergreifen kann. Versehentlich, absichtlich, egal. Die Möglichkeit, die zur Tatsache werden kann, ist das, was zählt. In Deutschland, aber auch im Westen insgesamt, hatte man Putin viel zu lange falsch eingeschätzt und ihn immer wieder gewähren lassen. Diese Fehleinschätzung sollte man nun nicht wiederholen, es steht nämlich der Frieden der gesamten EU auf dem Spiel. Diesen Frieden mit allen wirtschaftlichen Mitteln zu verteidigen, ist wesentlich leichter, als ihn militärisch verteidigen zu müssen.

Und noch ein Gedanke zum Schluss: Sollte Russlands Krieg die EU in einen Dauerzustand der militärischen Bedrohung versetzen, dürfte auch die Wirtschaft in der EU nicht mehr allzu sehr wachsen. Denn andere Länder und Investoren hätten dann kein sonderliches Interesse mehr, in solch eine Region zu investieren. Wirtschaftlich viel zu unsicher.

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