„Für Deutschland. Aber normal“

Eben musste ich im Radio einen Werbespot der AFD hören. Das ist die Partei, die womöglich künftig wegen dem Vorwurf des Rechtsextremismus vom Verfassungsschutz beobachtet werden könnte und in Teilen bereits beobachtet wird.

Man solle sie laut dem Werbespot also wählen, „für Deutschland, aber normal.“

Nun wissen wir natürlich seit der Pandemie, dass „normal“ nicht automatisch „normal“ bedeutet. Die Normalität in der Pandemie ist eine andere Normalität als vor der Pandemie.

Aber was meint dieser Wahlwerbespot? Was empfindet eine Partei, die wohl in Teilen rechtsextrem ist, als normal?

Wenden wir uns gedanklich zwei Beispielen zu, bei denen nicht groß diskutiert werden muss, ob hier Extremismus vorliegt. Würde man beispielsweise Kim Jong Un aus Nordkorea fragen, was er für normal hält, würde er auch mit einer Normalität antworten, die viele Demokraten in Deutschland für alles andere als normal halten würden. Auch in der Hitlerdiktatur des letzten Jahrhunderts galt manches als normal, obwohl es menschenverachtend war und aus heutiger Sicht für Demokraten und Menschenrechtler als absolut unnormal gilt.

Insofern ist der Begriff „normal“ schon sehr dehnbar. Nur weil jemand Normalität fordert, sagt das noch nichts darüber aus, was er unter Normalität versteht.


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Kommentare

2 Kommentare zu „„Für Deutschland. Aber normal““

  1. „Normal“ ist für mich eine Worthülse, die durch eigene Gedanken gefüllt wird oder werden kann. Früher war Kindererziehung mit Schlägen normal, heute darf dies per Gesetz nicht mehr gemacht werden.
    Was die AfD als normal versteht# würde ich gern wissen. Wenn einer von normal spricht, geht es ja davon aus, dass es bei den anderen unnormal zugehen würde,heißt das, außerhalb der Norm? 🤔
    Dann stellt sich die Frage, was die Norm ist?

  2. Man kann vermuten, dass das, was die AFD als normal tituliert, für viele Demokraten nicht unbedingt normal wäre.

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