Nord Stream 2, Krieg und Frieden

Das deutsch-russische Pipeline-Projekt Nord Stream 2 ist nicht einfach nur ein wirtschaftliches Projekt, wie die Bundesregierung gerne vorgaukelt. Es gefährdet auch den Frieden in der Ukraine, in dem Land also, das seit 2014 von Russland in einem verdeckten Angriffskrieg gehalten wird.

Kürzlich erst waren russische Truppen an der ukrainischen Grenze in großer Masse aufmarschiert, über 100.000 Soldaten sollen es gewesen sein. Einige von ihnen sind nun wieder abgezogen, das schwere Kriegsgerät ist aber offensichtlich geblieben.

Wenn die Ukraine von Russland nicht mehr benötigt wird, um durch ihr Pipelinesystem das Gas nach Deutschland zu pumpen, wenn Russland also auf Nord Stream 2 ausweichen kann, könnte das russische Begehrlichkeiten in der Ukraine wecken in der Art, dass man den verdeckten Angriffskrieg theoretisch auch auf weitere Gebiete der Ukraine ausweiten könnte, denn die Gasinfrastruktur würde dadurch ja nicht in Gefahr geraten und Russland könnte weiterhin mit Devisen aus der Gaslieferung nach Deutschland rechnen.

Nun, wo laut russischer Lesart der erste Strang von Nord Stream 2 angeblich fertiggestellt sei, hat der russische Präsident Putin auch gleich mal deutlich gemacht, dass Nord Stream 2 eben nicht einfach nur ein wirtschaftliches Projekt ist, wie die Bundesregierung es gerne sieht, sondern einen zutiefst politisches, das auch über Krieg und Frieden entscheiden kann. Er sagte nämlich, die Ukraine solle nun „guten Willen“ zeigen, um weiterhin als Transitland für das Gas genutzt zu werden.

„Guter Wille“ bedeute laut Putin, dass die von Russland angegriffene und im Krieg gehaltene Ukraine, die im Osten defacto Territorien an Russland in kriegerischen Auseinandersetzung verloren hat, nicht zuletzt die ukrainische Halbinsel Krim, dass diese Ukraine also den Gewinn aus dem Gastransit nun doch bitte nicht mehr in ihre Verteidigung investieren solle.

Mehr zum Thema können Sie hier nachlesen.

5 Gedanken zu “Nord Stream 2, Krieg und Frieden

  1. Fisch: „…könnte das russische Begehrlichkeiten in der Ukraine wecken in der Art, dass man den verdeckten Angriffskrieg…“

    Ist das nicht ein bißchen viel an Propaganda? 😃

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  2. Fisch: „…es bildet die reale Situation ab“

    Genau das… sagen immer BEIDE Parteien in ihren
    gegenüberliegenden Gräben zur eigenen Propaganda.

    Niemand von ihnen ist bereit, die Sichtweise der anderen Seite einzunehmen, lieber will man das Feindbild aufrecht erhalten.

    Es ist nicht die höchste Stufe der
    Weisheit, Feindbilder zu pflegen.

    Im Gebet eines Apachen heißt es: „Großer Geist,
    bewahre mich davor über einen Menschen zu urteilen,
    ehe ich nicht tausend Meilen in seinen Mokassins gelaufen bin.“

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    1. Naja, also wenn ein Land, Russland, in Europa das erste Mal nach Ende des Zweiten Weltkriegs militärisch Grenzen verschiebt, dann ist das keine subjektive Wahrheit, sondern eine objektive Tatsache, die man auch so benennen kann und muss.

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  3. Fisch,

    kennst du jemanden, der in den Krieg
    zieht, sich aber nicht im Recht fühlt ?

    Wer sein Feindbild pflegt,
    sieht sich auch im Recht.

    Der Jesus ist revolutionär mit seiner
    Empfehlung, den Nächsten zu lieben.

    Der Verstand hält sowas für
    eine FlowerPowerSpinnerei.

    Liebe macht keine Unterschiede.
    Aber Haß… macht Unterschiede.

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