Nach der Erstürmung des US Kapitols durch einen von US-Präsident Donald Trump aufgehetzten Mob haben sich mittlerweile die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und YouTube dazu entschieden, Donald Trump zu sperren.
Auf Facebook und Twitter kann er überhaupt nicht mehr schreiben, YouTube hat ihn zumindest vorläufig für eine Woche gesperrt, so lange, bis er dann voraussichtlich nicht mehr US-Präsident ist.
Die sozialen Netzwerke heucheln damit Verantwortung, haben aber jahrelang zugelassen, dass der werte Herr Präsident Lügen an ein Millionenpublikum in die Welt hinaus posaunte, welche nun in der Erstürmung des Kapitols ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.
Nun, gerade mal eine Woche vor Ende seiner offiziellen Amtszeit, wirkt es nicht gerade mutig, diesen Schritt zu tun.
Auch die Deutsche Bank, die Hausbank von Donald Trump, möchte sich von ihm lossagen. Dies ebenfalls erst zu einem Zeitpunkt, als ein Festhalten an ihm einen Imageschaden bedeuten könnte. Einen eben solchen Imageschaden befürchten wohl ebenfalls die drei genannten sozialen Netzwerke.
All diese Beteiligten haben Donald Trump also so lange gewähren lassen, solange sie sich davon einen Nutzen versprochen haben, solange er also in Amt und Würden war und Macht und Einfluss verkörperte und ihnen, den sozialen Netzwerken, eine große Anzahl von Usern bescherte, bzw der Deutschen Bank wirtschaftlichen und damit auch politischen Einfluss zu sichern schien.
Erst jetzt, als Donald Trump für alle vier nicht mehr haltbar zu sein scheint, weil er ihr Image beschädigen könnte, lassen sie ihn fallen.
Die genannten sozialen Netzwerke haben normale Bürger schon wegen Bagatellen gesperrt und ihnen die Möglichkeit zur Kommunikation genommen, Donald Trump jedoch, der massiv Fake-News veröffentlichte, und das am laufenden Band, durfte schreiben, was er wollte.
In letzter Zeit begnügte man sich damit, fast hinter vorgehaltener Hand und so, dass es nicht allzu sehr auffiel und man dem Herrn Präsidenten damit nicht allzusehr vor den Kopf stieß, den ein oder anderen kleinen und unscheinbaren Warnhinweis unter seinen Posts einzublenden, der leise darauf hinwies, wie die Realität in Wirklichkeit aussah. Aber das war es dann schon auch. Eine Herde von Opportunisten.
Zivilcourage geht anders.
Vielleicht könnte man in Deutschland daraus lernen. Dann auch in Deutschland gibt es natürlich die autokratischen Elemente, die stets versuchen, an die Macht zu kommen und den Staat nach ihren Vorstellungen zu verändern. Und es gibt, das wissen wir aus der unseligen deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts, ebenfalls ein Heer von Opportunisten. Damals wie auch heute.



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