Eine kurze Ode an die hübsche graue Novembersonne

Während es in Italien regnet, ebenso in Österreich, während in Venedig alles unter Wasser steht, ebenso in Österreich, kann man in München fast schon froh sein, wenn einen ein derart liebliches Wetter erwartet, das lediglich daraus besteht, dass ein paar graue Wolken vor der Sonne hängen. Lieblich irgendwie.

Lieblich finde ich persönlich es zwar nicht, weil ich es eigentlich lieber bunt mag als grau. Allerdings dürfte dieses Grau und die verschiedenen Grautöne das Herz der meisten Architekten höher schlagen lassen, die ja, wenn sie einmal etwas völlig Unkonventionelles planen wollen, einen Grauton wählen. Ein hübsches Novembergrau, ein tolles Lichtgrau, ein fröhliches Mausgrau, ein gewagtes Elefantengrau.

Diese Liebe zu den Grautönen allerdings könnte auch der Grund sein, weshalb ich selber nach einigen Jahren den Architektenberuf an den Nagel gehängt hatte. Bunt gefällt mir irgendwie besser.

Was viele Architekten nicht wissen, ist, dass man auf der evolutionären Leiter ein wenig nach unten klettert, wenn man dieses ehrwürdige Grau zur favorisierten Farbe erhebt.

Denn wozu Farben sehen, wenn man auch ebenso gut auf sie verzichten kann? Einen Maulwurf stört es doch auch nicht, dass er keine Farben sieht. Achso, er sieht übrigens überhaupt nichts.