Sind wir alle Lesemonster?

Vielleicht haben Sie sich diese Frage noch nie bewusst gestellt, aber tun Sie es doch einfach mal.

Besonders, wenn man Werbung von einigen Buchverlagen bekommt, beispielsweise von Amazon, kann einem die Idee in den Hinterkopf gelangen, dass es Menschen geben muss, die sich vielleicht nicht von Milch und Brot und Kuchen und Salat ernähren, sondern von eBooks. Ausschließlich.

Denn speziell für diese scheinen die Angebote wie zugeschnitten. 10 eBooks heute zum Sonderpreis für nur 1,99. Es scheint also einen gewissen Bedarf zu geben. Wobei, für Amazon wäre es sicherlich auch in Ordnung, wenn man die Bücher nur kauft. Lesen bräuchte man sie dann nicht.

Es ist sicher okay, wenn man ab und zu Bücher liest, oder vielleicht im Singular, ab und zu mal ein Buch. Aber jeden Tag eines? Dann wäre man ja nur noch auf Input programmiert. Man steht morgens auf, Buch aufgeklappt, oh, schon wieder Abend?

Vielleicht gibt es Leute, die in dieser Art und Weise Bücher konsumieren, aber das ist nicht ganz ohne. Denn Bücher verändern einen Menschen ja auch. Man will doch nicht irgendeinen Schund lesen, nur um nicht selbst leben zu müssen.

Sondern in der Regel ist ein Buch doch auch mit etwas Mühe verbunden, man muss sich hinsetzen und lesen und dann beginnt ein inneres Kopfkino, manchmal viel intensiver als in Filmen. Manche Bücher kann man gar nicht lesen, weil sie einen nicht ansprechen, andere dagegen reißen einen mit.

Wenn man zehn Amazon-eBooks in 10 Tagen liest, und danach kommt dann schon das nächste Angebot, hat man so zwar eine große Quantität geschafft, über die Qualität sagt das aber noch nichts aus. Was für eine Lebensqualität hätte man aber, wenn man nur noch aus der Konserve lebt, also nur noch in Büchern das nachliest, was irgendwelche Menschen sich für einen ausgedacht haben? Eben.

Drum gelte die Regel, ab und zu mal ein gutes Buch, es darf auch gerne etwas kosten. Und ansonsten bitte selber leben. Leben kommt vor Lesen.


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