Warum es überhaupt etwas gibt

Gestern hörte ich einen längeren Vortrag von Hans Küng und später eine Diskussion mit ihm und dem Astrophysiker Harald Lesch, der übrigens bekennender Protestant ist, also gläubig.

Gegen Vorstellungen wie Intelligent Design und Kreationismus wurde immer wieder ins Feld geführt, dass die Welt durchaus mit ihren Naturgesetzen funktionieren kann, auch im biologischen und chemischen Bereich, und man Gott nicht als Lückenbüßer für noch fehlende Erkenntnis sehen solle. Das klingt sehr einleuchtend. Auch der bisher völlig unbekannte Zusammenhang, wie aus unbelebter Materie auf einmal belebte entstehen konnte, könnte auf dem chemischen Weg irgendwann erklärt werden können.

Interessant wurde es bei der Frage, warum es überhaupt etwas gibt und nicht einfach nichts. Klären lässt sich die Sache natürlich nicht. Aber hier ist spätestens die Frage nach Gott anzusiedeln. Selbst, wie Harald Lesch ins Feld warf, wenn eine sehr ungewöhnliche Quantenfluktuation plötzlich das ganze Universum ins Dasein gebracht haben sein sollte, wäre die Frage ja weiterhin aktuell, warum es überhaupt etwas gibt, also auch die fluktuierenden Quanten. Die Physik kann darüber natürlich keine Auskunft geben.

Dennoch wurde von Seiten der Physik in Zusammenarbeit mit der Mathematik einmal die Wahrscheinlichkeit in Zahlen ausgedrückt, wie wahrscheinlich es denn sei, dass ein Universum, in dem alles derart fein abgestimmt ist wie in unserem, so dass​ Leben überhaupt entstehen kann, entstehen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass also unzählige Dinge und Naturkonstanten derart genau aufeinander abgestimmt sind, lässt sich in einer Zahl ausdrücken, die 58 Stellen hinter dem Komma hat. Wäre die 59. Stelle nicht ganz korrekt, würde das Universum trotzdem entstehen. Wäre die 58. nicht korrekt, gäbe es das ganze Universum nicht, das ganze Leben und die ganze Evolution nicht.

Zwar könne es ja theoretisch 10 hoch 60 verschiedene Universen geben, in denen dann eines zwangsläufig so sein müsste, wie unseres. Aber das ist natürlich die absolute Spekulation, die auch in den Naturwissenschaften in keiner Weise zulässig ist.

Deswegen wird man sich doch der Frage stellen müssen, wie es zu einer derart und unglaublich genauen Feinabstimmung des Universums überhaupt gekommen sein kann. Hier ist die Gottesfrage anzusetzen.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Warum es überhaupt etwas gibt“

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