Josef Bordat. Eine ganz kurze Antwort auf „Gewissen vs. Hierarchie?“
1. Jeder Mensch hat ein Gewissen, das zu ihm spricht. Doch das Gewissen ist lediglich eine Ressource. Sie muss gefördert werden. Denn der Mensch kann die zarte innere Stimme überhören, weil sie von anderen Geräuschen übertönt wird. Schließlich wird sie immer leiser, bis sie ganz verstummt.
Ihr Ruf kann einem Menschen verloren gehen wie die Erinnerung an Vokabeln einer Sprache, die man nicht anwendet. Man muss das Gewissen benutzen, um sich im Hören auf seine mahnende Stimme einzuüben, so wie man eine Sprache üben kann, einfach dadurch, dass man sie spricht.
Doch es braucht in beiden Fälle eine kompetente Schulung, eine Bildung durch erfahrene Lehrer und erprobte Methoden, die uns die äußerliche Normativität verinnerlichen lässt und uns korrigiert, wenn wir falsch liegen. Gehen wir nicht durch diese Schule der Gewissensbildung werden wir moralisch gehör- und sprachlos. Die „Grammatik des Gewissens“ ist nicht kompliziert, dennoch braucht es die Bereitschaft, sich in diese einzuarbeiten.
2. Beispiele für „moralisch Taubstumme“ finden wir gerade in diesen Tagen in unserer Gesellschaft leider einige. Junge Männer (und öfter, als anzunehmen wäre, auch junge Frauen) schlagen und treten ohne erkennbaren Grund auf Mitmenschen ein, die…>mehr.
foto: (c) Gerd Altmann / pixelio.de



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