Wer hat den stärkeren Gott ? Islam oder Christentum ?

Bei der Überschrift des aktuellen SPIEGELs ahnt man schon, dass es hier nicht wirklich um die Frage geht, wer denn Gott sei. Nein, es geht um Politik, um Kultursysteme und darum, welches System denn angeblich das bessere sei. Nicht der Glaube an Gott ist das Wesentliche, sondern gewisse Menschengruppen, die alles daransetzen, ihre Religion – die sie als die einzig richtige sehen – durchzusetzen, koste es, was es wolle. Auf christlicher wie auf muslimischer Seite. Armer Gott. Und wieder einmal wird er für machtpolitische Zwecke zweckentfremdet.

Denjenigen aber, die an nur an ihrer Religion interessiert sind und nicht an ihrer Durchsetzung als politischem System, sei gesagt, dass die drei monotheistischen Religionen per se wohl denselben Gott meinen. Sie haben lediglich ein unterschiedliches Gottesbild von ihm. Lesen Sie hier eine > Kurzzusammenfassung und hier (gegen Gebühr) den > SPIEGEL-Artikel.

Wie geht aber das Christentum mit dem Begriff Allah um ? Wie unterscheidet sich das Bild, das sich beide Religionen von Gott machen ?:

Rezeption im Christentum

Für das Christentum stellt sich – gerade mit Blick auf den interreligiösen Dialog – die Frage, ob Allah und der Gott der Bibel identisch sind. Die Römisch-Katholische Kirche beispielsweise verabschiedete am 28. Oktober 1965 im Zuge des Zweiten Vatikanums die für alle römischen Katholiken verbindliche Schrift Nostra Aetate, in der es in Teil 3, der allerdings erst nach arabischen Protesten gegen die alleinige Ausrichtung der Erklärung auf das Judentum hinzugefügt wurde, heißt:

„Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.[2]

In den Niederlanden schlug der katholische Bischof von Breda, Tiny Muskens (71), im August 2007 vor, alle Gläubigen sollten Gott künftig Allah nennen. Dies fördere das wechselseitige Verständnis zwischen den Religionen: „Warum sollen wir nicht alle gemeinsam sagen: Wir nennen Gott fortan Allah?“[3]

Gemeinsam glauben Christen und Muslime an den Schöpfergott, der ihrem Glauben nach Himmel und Erde schuf:

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

– (Gen 1,1)

heißt der erste Vers der Genesis der Bibel; eine ähnliche Aussage in Bezug auf Gott ist auch im Koran vorzufinden:

„Er ist es, der euch alles, was auf der Erde ist, geschaffen und sich hierauf zum Himmel aufgerichtet und ihn zu sieben Himmeln geformt hat. Er weiß über alles Bescheid.“

– Sure 2, Vers 29 nach Paret

Viele Christen evangelikaler Prägung lehnen die Gleichsetzung des in der Bibel sich offenbarenden Gottes mit dem koranischen Allah ab. Eine der Begründungen dieser Sichtweise ist das zentrale Bekenntnis des Islam, dass Allah keinen Sohn habe. Dazu im Gegensatz – so die Meinung vieler evangelikaler Christen – steht das Grundbekenntnis des Neuen Testaments, das Gott als den „Vater unseres Herrn Jesus Christus“ identifiziert.

Der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in DeutschlandWolfgang Huber, vertritt die Ansicht, dass keine Aussage darüber getroffen werden kann, ob der Gott, den Christen anbeten, mit dem Gott, den Muslime anbeten, identisch ist. Huber sieht nur eine Aussage über das Bekenntnis zu Gott als möglich. Hier vertritt er die Ansicht, dass Christen sich zu einem anderen Gott als Muslime bekennen. Zitat: „Ob Gott derselbe Gott ist, muss man ihm selber überlassen. Als Menschen können wir nur über das Gottesbekenntnis urteilen. Wir haben als Christen keinen Grund zu sagen, wir würden uns zum gleichen Gott wie die Muslime bekennen.“[4] Quelle: > wikipedia.

Wie soll man aber die christliche Aussage verstehen, dass Gott einen Sohn hat und sich zudem als Heiliger Geist zeigt ? Lesen Sie dazu > Gott ist gleich Gott – oder etwa nicht ? (Jürgen Moltmann).

foto: 1. wuerml,flickr.com; 2. wikipedia.


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Kommentare

132 Kommentare zu „Wer hat den stärkeren Gott ? Islam oder Christentum ?“

  1. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    Guten Morgen, oder besser „Mahlzeit“:,
    ich kann das schon nachvollziehen theolounge, dass man das so sehen will, aber ich finde es trotzdem nicht richtig – logisch, sonst wäre ich ja nicht konvertiert.

    Denn diese ganze Vorstellung von Gott, entweder beschränkt auf ein selbstgeschaffenes Wesen oder „geteilt“ – das widerspricht gänzlich meiner Überzeugung, dass eben alle Vorstellung von Gott nicht zutrifft.

    Dass man sich wünscht, in dieser Form IHM näher zu kommen und die Trennung zu überwinden, das kann ich schon verstehen.

    Aber warum sollte man die durch die Sünde entstandene Trennung nicht in Form der Reue und des Gebetes um Vergebung überwinden können? Gott sagt uns ja, dass er jederzeit auf uns zukommt, wenn wir uns IHM zuwenden (also jetzt bitte auch nicht wörtlich verstehen).
    Das erscheint mir eben viel einleuchtender und entspricht auch meiner persönlichen, religiösen Erfahrung.

    Shiiten nutzen (das ist jetzt ein blöder Ausdruck) im Gegensatz zu Sunniten zwar durchaus die Propheten, Imame und andere besonders gesegnete Personen, a.s., als Medium – aber wir beten sie eben nicht an, wie bspw. Katholiken die heilige Maria, a.s.
    Sondern wir bitten um Ihretwillen Gott um Vergebung und Beistand.

    Natürlich sind diese Menschen auch ein Zeichen für Gottes Wirken und Gegenwart. Aber es gibt doch noch soviele andere. Wer die Augen und das Herz aufmacht, kann doch gar nicht anders, als das sehen, die ganze Schöpfung ist doch ein Zeichen dafür.

    Also zusammengefasst eben: Gott muss nicht für meine Sünden sterben (audhubillah), denn der Kontakt zu Gott ist ganz unabhängig von einem solchen Opfer. Mittler brauchen wir schon, aber nicht, weil Gott uns nicht nahe ist, sondern weil wir sonst so vernagelt sind.

    Schönen Tag, Meryem

  2. Avatar von philgeland
    philgeland

    Folgendes ist natürlich meine persönliche Meinung (die sich wohl nicht mit der christlichen Lehre deckt):
    Nicht Gott selbst ist für meine Sünden gestorben (wie sollte Gott auch sterben?), sondern ein Mensch, der von ihm erfüllt war. Und als Mensch, als Individuum, hat uns Jesus gezeigt, wozu jemand fähig sein kann, der (wörtlich) von Gott erfüllt ist. Das ist für mich das eigentliche Erbe Christi.
    Er ist nicht vor seiner Verurteilung geflohen, er ist nicht in den „Untergrund“ gegangen und hat nicht seine Anhänger zur Gewalt gegen „Ungläubige“ aufgerufen sondern hat persönlich die „Verantwortung“ für das übernommen, was er gelehrt und gepredigt hat.

  3. @meryem

    Mittler brauchen wir schon, aber nicht, weil Gott uns nicht nahe ist, sondern weil wir sonst so vernagelt sind.

    Ja, das ist doch genau die christliche Vorstellung, auch, wenn Du es transzendenter siehst.
    Also die Vorstellung: Gott schickt einen oder viele Mittler, zb die Propheten. Und christlich gedacht: Gott selbst wird zum Mittler, um die Trennung (das Nichterkennen) zu den Menschen zu überwinden.

    Deshalb, so denken die Christen, weiß man viel über Gott, weil er sich selbst gezeigt hat.

    Aber gut, so unterschiedlich ist es vielleicht nicht zum Islam, denn dort sieht man es ja so, dass Mohammed der letzte und absolut autorisierte Mittler Gottes ist. Gewissermaßen mit derselben Autorität wie Jesus.

    Ist eben im Detail unterschiedlich gedacht, im Großen läuft es aber auf etwas ähnliches hinaus.

    Ob der Mensch „sündig“ ist ? Im Christentum: er ist „sündig“ insofern, als er die Trennung zu Gott nicht ohne weiteres von selbst aus überwinden kann.
    Manche Menschen möchten glauben, können aber nicht. Hier gibt es den Gedanken, dass Gott selbst (der Geist Gottes) Glauben schenken kann.

    Also Sünde verstehe ich nicht so, dass der Mensch irgendwie von Haus aus schlecht ist. Sondern so, dass er von Haus aus Probleme hat, Gott zu erkennen (weil er ihn nicht sehen und nicht wirklich spüren kann). Deshalb – das denken eben Christen – kommt Gott selbst in diese Welt, um diese Trennung zu überwinden.
    Dabei spielt bei den Protestanten noch eine Rolle, dass Gott von selbst den Menschen aus dieser Trennung befreit, ohne dass man Vorleistungen (Gebete, frommes Leben) dafür bringen müsste. Es heißt „sola gratia“, also allein aus der Gnade Gottes heraus ist der Mensch vor Gott „gerecht“, also von Gott angenommen. Er kann sie dieses „Annehmen“ nicht durch ein frommes Leben verdienen, sondern Gott schenkt es von sich aus (in der katholischen Kirche spielt hier die Art, wie man lebt noch stärker eine Rolle)

    Bei den Protestanten ist es dann so: weil Gott von sich aus den Menschen annimmt, kann der Mensch darauf reagieren: mit einem anständigen Leben. Aber den ersten Schritt macht Gott.

  4. @philgeland

    Ja, so kann man das sehen, das kann ich gut nachvollziehen. Sehen sicher viele Menschen so und jeder muss das für sich selber herausfinden, wer Jesus für ihn ist.
    Die kirchliche Meinung ist die, dass Jesus jedoch Gott und Mensch zugleich ist.
    Wäre er nur ein Mensch, der voll ist von göttlichem Geist, dann wäre er quasi ja auch „nur“ ein Prophet.

    Allerdings kann man auch die Frage stellen, ob Jesus – wenn man sich auf diese Diskussion einlassen will – schon immer „wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich“ war.
    Man kann auch der Vorstellung folgen, dass Jesus erst, als er von Johannes getauft wurde, mit dem Geist Gottes erfüllt wurde (der Geist Gottes kam auf ihn wie eine Taube (also bildlich gesprochen)). Allerdings wäre dann – so wie ich es verstehen – die kirchliche Meinung dennoch die, dass er spätestens ab dann „wahrer Mensch und wahrer Gott“ war – also nicht nur ein Mensch, der vom Geist Gottes erfüllt war.

    Allerdings gibt es hier sicher verschiedene theologische Ansichten.

  5. @Gerhard /theologie-der-vernunft

    Du meinst, wenn ich Dich richtig verstehe, dass man auf das schauen soll, was hinter Allem steht, oder ?

  6. Es ist richtig, dass der Koran von einer Person geschrieben wurde. Die von ihr aufgeschriebene Offenbarung stammt aber nicht von dem einen Gott JAHWEH. Das haben die Juden damal schon erkannt und sind deshalb verfolgt worden, weil sie dieser schrift keinen Glauben geschenkt haben. Sie wussten genau, dass ihr Gott JAHWEH sein Wort nicht ändert. Sie haben es als eine falsche Lehre erkannt und haben dafür ihr Leben gelassen, weil sie sich nicht von JAHWEH losgesagt haben. Ihre heilige Schrift war die Thora, die Psalmen und die Propheten. Diese waren zwar nicht von einem Mensch geschrieben worden aber sie war von einem Geist, dem Heiligen Geist inspiriert worden, so dass sich eine Einheit ergab. Diese Schriften sind durch denselben Heiligen Geist von den Aposteln ergänzt worden. Wir nennen diese Schriften das neue Testament. Wer diese Schriften geleitet vom Heiligen Geist liest, wird die Wahrheit erkennen. Es ist so wie bei einem Auto. Es hat Benzin im Tank, fährt aber nicht. Erst wenn der Funke der Zündkerze das Benzin entzündet wird die Kraft zur Bewegung frei gesetzt. Bei der Bibel ist es genau so. Die Kraft des Heiligen Geistes setzt uns das Wort frei, dass es Kraft hat unser Leben zu verändern und wir danach handeln können. Solange es nur aneinander gereihte Buchstaben sind und im Regal steht, wird es nichts bewirken. Doch mit dem Heiligen Geist ist es ein Schwert, das Felsen zerschlägt, es trennt Seele und Geist und ist ein Richter der Gedanken und Handlungen. Alle, die diesem Wort geglaubt haben, dass es von Gott JAHWEH ausgegangen ist, haben die Liebe Gottes in ihrem Herzen erfahren. Ich gehöre auch zu denen und bin darüber sehr glücklich.
    Die Jahreslosung 2010 lautet: Chrisus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Joh 14, 1.
    Glaubt an Gott und an Jesus Christus und nicht an das, was Menschen über beide sagen. Wenn du dies machst, wird es sehr persönlich. Deshalb konnte Gott sagen: Ich habe dich je und je geliebt und aus lauter Güte zu mir gezogen. Gott ist traurig, wenn du auf sein Werben nicht eingehst aber er lässt die Entscheidung bei dir, darauf zu reagieren oder nicht. In seinem Reich gibt es nur Freiwillige. Lies mal die Bibel und bitte den Heiligen Geist ,dir das Wort zuöffnen. Beginne mit dem Johannesevangelium, dort stellt uns Jesus seinen Vater vor.

  7. @ Flunra: Danke, für die Auslegung meines Taufspruches 😀 … (31.3)

  8. @flunra

    Im AT kommen neben der Bezeichnung Jahwe auch noch Adonai und Elohim vor, um Gott zu benennen.
    Es gibt also schon im AT mehrere Bezeichnungen für ein und denselben Gott.

  9. Hallo Meryem,

    wenn Du katholisch aufgewachsen bist, dann kann ich Dein „nicht-verstehen“ gut nachvollziehen. Nicht das ich irgenteinem Katholiken etwas ans Zeug flicken möchte, aber einiges an Tradition, Lehrmeinung und Dogmen der Katholischen Kirche sind kaum bis gar nicht mit der Bibel in Einklang zu bringen !!!

    Also als Kind hat man mir in der katholischen Kirche, vom II. vatikanischen Konzil noch unberührt, erklärt, dass ich mit einer Erbsünde, zurückgehen auf Adams und Evas Sündenfall geboren wurde. Durch die Taufe wurde ich dann schon mal vor dem ewigen Höllenfeuer bei vorzeitigem Versterben gerettet, sündig blieb ich aber trotzdem und als Mädchen mehr als wäre ich ein Junge gewesen – weil Eva war die Bösere von beiden.

    Hier habe wir doch schon gleich eine sehr zentrale falsche Lehre der KK. Die Taufe an sich vergibt keine Sünden ! Sonst wäre es ja eine magische Handlung und man bräuchte dafür nicht den Willen des Menschen und auch nicht den Willen Gottes. Zack, drei Tropfen Wasser auf die Hirse und schon sind deine Sünden vergeben … erinnert mehr an Zauberei….
    Aber um Taufe zu erklären müsste man vieleicht einen extra Strang eröffnen – schon allein, weil alle Kindertäufer über mich herfallen werden 😉

    Und was noch das mit dem Mädchen angeht :
    1. Sagt die Bibel ganz klar, das durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist – Adam ( nicht Eva ) und das sie durch einen Menschen wieder entfernt wurde – Jesus.
    2. Es wird schon gleich nach dem Sündenfall prophezeit das es ein Nachkomme der Frau sein wird, der die Sünde / den Teufel / die Schlange besiegen wird.

    Die Frage ist doch, was genau ist denn durch den Sündenfall passiert ?! Ich schätze das auch viele Christen da mehr vom hörensagen wissen, als durch das was in der Bibel steht.

    Gott ist ja der Schöpfer des Universums und damit auch der Erde – da sind wir uns ja wohl einig ;-).
    Und damit ist ER die unerreichte Kraftquelle für alles. Und als Gott den Menschen auf die Erde setzte, da war dieser Mensch mit dieser Kraftquelle verbunden. Im NT wird das einmal mit einem Weinstock und Reben verglichen. Die Kraft zum gesunden Wachstum und Leben kommt aus dem Weinstock – alos aus Gott.
    Durch das was Adam und Eva getan haben, wurde diese Kraftübertragung unterbrochen – zack, funkstille. Der Geist des Menschen wurde vom Geist Gottes abgetrennt.

    Und genau das ist der Zustand der Menschen. Sie sind geistig kraftlos – denn sie sind von der Kraftquelle abgeschnitten. Und das was sie dann Produzieren das ist dann halt Schrott. Und dieser Schrott wird als Sünde bezeichnet. Aber das stimmt halt nur zum Teil. Klar ist dieses schrottige Verhalten Sünde – es ist etwas was Gott für den Menschen NICHT will, was der Mensch aber OHNE Gott nicht hinbekommt. Aber Sünde ist auch die Ursache oder Zustand in dem sich der Mensch befindet.

    In Jesus hat Gott sozusagen nocheinmal einen Prototypen von Mensch geschaffen – empfangen von seinem Geist, geboren von einer Jungfrau. Und dieser zweite Mensch hat uns einmal gezeigt wie Gott wirklich ist und ER war in der Lage die getrennte Verbindung wieder herzustellen.
    Das heißt aber auch, das uns Jesus nicht „nur“ die Sünden vergibt im Sinne von „das schrottige Verhalten“ vergeben, nein, er versetzt den Menschen wieder in den Zustand von Adam und Eva zurück : Heil und Gesund an Körper, Seele UND Geist, VOLL IN DER KRAFT !

    Wenn Jesus irgentetwas klar gemacht hat über Gottes Absichten oder sein Wesen, dann das, das Gott Liebe ist !
    Übrigens auch wohl das einzige Substantiv das Gott beschreibt – neben den ganzen Adjektiven – Gott ist DIE LIEBE, Gott ist LIEBE.
    Wie ist Gott ? Gerecht, mächtig, weise, barmherzig, gerecht, treu ….
    Was ist Gott ? Liebe !

    Eine Wahrheit die man auch schon im AT nachlesen kann, die aber im NT RICHTIG deutlich wird.

    Pax

    Kai

  10. @Flunra

    Gottesnamen im Judentum / Alten Testament

    Hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesnamen_im_Judentum

  11. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    Guten Abend,

    bin heute nicht mehr so aufnahmefähig, aber ich glaube auch, wir haben ziemlich viel ausgetauscht. Ich finde die Unterschiede jedenfalls zwischen Christentum und Islam nicht so riesig, wenn man sich die Beiträge anschaut, auch wenn es eine grundlegend andere Definition von Jesus, a.s. gibt.
    Übrigens komme ich mit den Katholiken viel besser aus, seit ich Muslima und Shiitin bin, wir haben ja auch soviele Heilige, 🙂
    Aber meine KIndheitserfahrungen waren wirklich nicht so toll, da hat man mir viel Angst gemacht.
    Inzwischen hat sich aber auch in der katholischen Kirche viel verändert wie ich erfahren durfte.

    Beispielhafte Persönlichkeiten haben wir ja auch einige zu bieten, :-), nur „versetzen“ sie uns nicht in den heilen Zustand zurück – das kann eben nur Gott selber und wir müssen es schon wollen.

    Im Islam gibt es auch die „99 schönsten Namen“ Gottes, vermutlich kennt Ihr die? Falls nicht: es gibt bei youtube diverse vertonte Variationen dieser Lobpreisungen.

    Ganz kurz noch @ Flunra: es gab keine Verfolgung von Juden aus Glaubensgründen im frühen Islam. Im Gegenteil, im islamischen Staat genießen die Juden und Christen Schutzrechte. Kriegerische Auseinandersetzungen gab es dort, wo Verträge gebrochen wurden und Verrat geübt.

    Schönen Abend allerseits, Meryem

  12. Schutzrechte nennt man das also. Habe einen Vortrag gehört von einer, die seit 30 Jahren dort lebt. Die Juden und Christen haben kein Recht auf Eigentum, werden verfolgzt, wenn sie ihre Steuer nicht zahlen etc. pp.

    Guter Link, wo Christen in Ägypten ihre Verfolgung durch Muslime dokumentieren:

    http://koptisch.wordpress.com/

  13. @theolounge,

    nicht einfach schauen, sondern aufgeklärt nachdenken und verstehen, was am Anfang das den gemeinsamen Glauben begründende Wort war und auch zur Zeitenwende eine universale philosophische Neu-Begründung des Monotheismus war. Von der Kanon und Koran ausgingen, von Christen „Jesus“genannt und als Gottessohn bezeichnet, von den Verfassern des Koran als Wort verstanden.

    Doch dieses aufgeklärte echt „universale“ Verständnis des christlichen, gleichzeitig gemeinsamen Glaubensgrundes (das nicht nur vor 2000 Jahren die Kulturen auf neuer höherer Ebene als Bilder und Mythen die Kulturen versöhnte) kann nicht von Moslems ausgehen, sondern müsste von Vertretern der Kirche angestoßen werden.

    Gerhard

  14. Nach christlichem Verständnis führt aber gerade das Schauen, das beten zu Gott in der Ruhe zur Weisheit Gottes. nicht das abgetrennte intellektuelle Nachdenken. Das ist eine Sünde. Bei Gott finde ich die Weisheit, nicht in meinem Kopf.

  15. Avatar von meryemdeutschemuslima
    meryemdeutschemuslima

    @mailin: wenn Du richtig gelesen hättest, würdest Du festgestellt haben, dass ich mich auf die Frühzeit des Islam bezogen habe – es gibt nämlich keine islamisch legitimierte Verfolgung anderer Glaubensrichtungen. Dass das nicht immer der heutigen Realität entspricht, darüber brauchen wir grundsätzlich nicht zu streiten, auch wenn nicht alles Wahrheit ist, was so verbreitet wird.

    Z.B. weiß ich nicht, wie zuverlässig die, die „seit 30 Jahren dort lebt“ (wo?) ist. Sollte mich wundern, wenn es ein islamisches Land gibt, dass Eigentumsrechte für Andersgläubige ablehnt. Bei den Saudis könnte ich es mir u.U. vorstellen. Bei Steuerhinterziehung wird man allerdings hier auch verfolgt. Sollte jedenfalls so sein.

    Wenn ich lese, dass das Nachdenken über Gott im Christentum eine Sünde ist, dann bin ich mal wieder bestätigt, dass ich richtig bin, wo ich bin….im Islam ist das Nachdenken sehr angesehen. Was Beten, vor allem Bittgebete und Innerlichkeit absolut nicht ausschließt. Das hat alles seinen Sinn.
    Ich persönlich wurde erst über den Verstand zur Überzeugten – mein Herz hat sich dann erst getraut sich zu öffnen, als ich mir im Kopf sicher war. Wobei natürlich eine solche Trennung auch nur eine Fiktion ist.

  16. Avatar von philgeland
    philgeland

    @theolounge
    Ich muss gestehen, dass ich gewisse Schwierigkeiten habe, zwischen einem von Gott erfüllten Menschen und dem Gedanken, Jesus sei Gott und Mensch zugleich gewesen, zu unterscheiden. (Stimmt es eigentlich, dass ihn die Ur-Christen nicht für einen Gott hielten?) Ähnlich ergeht es mir mit jenem mysteriösen, „Perpetuum Mobile theologischer Argumentation“, welches gemeinhin als „Heilige Dreifaltigkeit“ bekannt ist. Faszinierend!!
    Trotzdem halte ich Jesus für eine einzigartige „Erscheinung“. Er ist nicht nur ein Prophet, aber ist Er deswegen (ein!) Gott?

  17. Avatar von philgeland
    philgeland

    @Mailin
    Nachdenken gehört zum menschlichen Wesen wie glauben.
    Es sind nicht die Fragen, die wir stellen, die uns „von Gott entfernen“.

  18. @meryem:

    Sie wohnt in Israel.

    Du schriebst: „im Gegenteil. Im islamischen Staat genießen die Juden und Christe Schutzrechte“

    Das war, meine ich, auf die Gegenwart bezogen, oder nicht?

    Nachdenken ist keine Sünde, im Gegenteil, das ist genau das, was ein Christ tun soll. Aber wenn ich meinen Verstand über das Wort Gottes stelle, dann ist das eine Sünde. Wenn ich gottlos nachdenke sozusagen – ohne Kontakt zu Gott.

  19. Schauen auf Gott und Nachdenken über Gott muss miteinander verbunden sein.
    Glaube und Wissenschaft darf eigentlich gerade nicht (ist sie allerdings im Westen) getrennt voneinander sein.

    @phligeland: Ich denke, das hat sich erledigt?

    @meryem nochmal:
    Es geht mir übrigens nicht darum, dich von irgendwas zu überzeugen, mich hat diese Frau überzeugt, aber letztlich ist es nicht meine Aufgabe. Denn nun, von uns allen wird erwartet, nicht nur das zu sagen, was wir für richtig halten, sondern auch nach der Wahrheit zu suchen, denke ich. Die Wahrheit aber ist schwer zu finden.
    Ich bin kein Religionswissenschaftler. Wenn Christen in muslimischen Völkern verfolgt werden, sehe ich erstmal ein Problem, das viel schwerer zu lösen ist, als einfach zu sagen: Alle Muslime sind vom Teufel. Aber es ist etwas, das gesehen werden muss, um es lösen zu können.

  20. @meryem

    Wenn ich lese, dass das Nachdenken über Gott im Christentum eine Sünde ist, dann bin ich mal wieder bestätigt, dass ich richtig bin, wo ich bin….im Islam ist das Nachdenken sehr angesehen.

    Also Nachdenken hat im Christentum eine ganz schön große Tradition.
    zb hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Theologie

    oder übergreifend hier im Portal: http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Christliche_Theologie

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