Tetelestai!

projekt-sundenproblemDie griechische Übersetzung der Worte „Es ist vollbracht!“ (Joh. 19,30) lautet: Tetelestai! Nur ein Wort, gar nicht drei wie in unseren Übersetzungen!

Das Wort Tetelestai wurde damals im gesellschaftlichen Leben in verschiedener Weise gebraucht:

  • Kam ein Sklave oder ein Diener wieder zu seinem Herrn zurück und hatte seinen Job erledigt, so teilte er ihm nur mit: Tetelestai! – Die Aufgabe ist erledigt!
  • Hatte ein Händler gerade seine Rechnung bezahlt, dann schrieb er mit großen Buchstaben unter die Rechnung: Tetelestai! Das bedeutete dann soviel wie: Der Preis ist bezahlt!
  • Hatte ein Künstler nach getaner Arbeit sein Bild fertig, trat er zwei Schritte zurück und meinte: Tetelestai! .- So, das Bild ist jetzt fertig.
  • Aber auch beim Militär gab es diesen Ausspruch. Nach einer gewonnenen Schlacht meinte dann der General: Tetelestai! Das hiess: „Der Auftrag ist erfüllt, der Kampf ist beendet, der Gegner ist besiegt.“

Dieses Wort meint: Vollendung, Bezahlung, Erfüllung. Und deshalb konnte Jesus das am Kreuz, als sein Leben zu Ende ging, auch „Tetelestai!“ ausrufen: Sein Auftrag war durchgeführt, seine Mission erfüllt.

Das Sündenprojekt

Im Anlagenbau, in dem ich arbeite – aber nicht nur da – werden oft sogenannte „Projekte“ abgewickelt. Von der Idee bis zur Umsetzung haben Projekte verschiedene Projektphasen.

1. Da kommt zuerst die Konzeptphase: Eine Projektidee taucht auf, ein erstes Grobkonzept wird besprochen, auch schon mal über die Kosten und das Budget gesprochen.

  • Auch in Bezug auf das Sündenproblem, welches bei Gott zum Sündenprojekt wurde hatte Gott schon seit langem (wie lange schon?) eine Lösungsidee. Nein, er würde nicht hinnehmen, dass Menschen getrennt von ihm und in Knechtschaft der Sünde dahinvegetieren. Da wollte er Abhilfe schaffen, zumindest ein Lösungsangebot bereitstellen!

2. Das Ganze nimmt in der Planungsphase konkrete Formen an. Zeichnungen und Listen werden erstellt, der Zeitrahmen wird diskutiert.

  • Wie genau kann Sünde besiegt werden? Da ist einerseits die Menschheit, die täglich versagt und andererseits ein heiliger Gott, der Sünde nicht sehen kann. Projektziel aber ist, dass Sünde beseitigt werden kann und Menschen Freiheit erleben. Und erneute Gottesnähe. Wer könnte in den Riss treten, wer würde als Mittler sich bereiterklären? Und wo sollte das Ganze stattfinden? In himmlischen Regionen? Auf der Erde? An Vieles war zu denken, die einzelnen Schritte genau zu planen, einen Zeitplan aufzustellen und die Kosten zu konkretisieren. Und die Risiken abzuschätzen.

3. Sind alle Planungsunterlagen erstellt, kann in die Realisierungsphase übergegangen werden. Jetzt werden Lieferanten angefragt, die ersten Teile gekauft und später montiert, bis die Anlage oder der Bau fertig gestellt ist, damit er in Betrieb genommen werden kann.

  • Im göttlichen Projekt kam der Zeitpunkt, dass Jesus aus himmlischen Gefilden zum menschliches Kind wurde, auf die Erde kam, hier aufwuchs, lebte und dann an die Öffentlichkeit trat. (Werbung gehört auch zum Projekt…) Aber die geltende Realisierung, Sünde zu besiegen, lag im Stellvertretertod eines Unschuldigen. Und genau diesen Platz nahm Jesus ein. In den drei Stunden der Finsternis am Kreuz wurden alle Sünden dieser Welt auf Ihn gelegt und er selbst zur SÜNDE gemacht, so dass die Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes befriedigt wurde. Jetzt erst – als alle „Wogen und Wellen“ des göttlichen Gerichts über das vollkommene Lamm Gottes hinweggebraust waren, jetzt war die Schuld der Menschen bezahlt und das Werk vollbracht. Deswegen konnte Jesus Christus sagen: „Tetelestai! – Es ist vollbracht!“

4. Wenn ein Projekt realisiert wurde, kommt anschließend die Betriebsphase. Der Praxistest. Die Anwendung der gebauten Anlage, die Nutzung des Neubaus usw.

  • Jesus hatte seinen Auftrag erfüllt. Vollständig. Von Gott akzeptiert. Dann ging er wieder zurück zum Vater. Dafür kam zu Pfingsten eine andere göttliche Person auf die Erde, der Heilige Geist. Und die Gläubigen, die Herausgerufenen (Ecclesia, die Kirche) leben seitdem im Praxistest der Sündenvergebung. Die Grundlage ist durch das Kreuz gelegt, das Angebot steht und täglich beweisen Gläubige als eingesetzte Teilprojektleiter auf der ganzen Welt, dass die Idee und Liebe Gottes gesiegt hat. Neue Menschen kommen zur Familie Gottes hinzu, der geistliche Bau wächst und wächst und bald wird der letzte „lebendige Stein“ eingefügt.

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Im Übrigen laufen bei Gott viele Projekte gleichzeitig ab. Da gibt es ganz individuelle Projekte – hier kannst du deinen persönlichen Namen einsetzen -, da gibt es das Projekt Israel oder auch das Projekt „Neue Erde und neuer Himmel“.

Die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ kürt seit 1972 das sogenannte Wort des Jahres. Jedes Jahr wird ein Wort gewählt, welches für charakteristische und wichtige Themen steht. 2008 war es – wen überrascht das – das Wort „Finanzkrise“. Ein Jahr davor hieß es „Klimakatastrophe“. Ich würde für das Wort – nein, nicht des Jahres oder Jahrzehnts, sondern für das Wort der Jahrtausende eben dieses „Tetelestai!“ von Jesus Christus wählen!


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