Um die Weihnachtszeit ist die Dichte an Engelserscheinungen, wie man in der Weihnachtsgeschichte lesen kann, besonders hoch.
Wie stellst du dir einen Engel vor? Welche Frage würdest du einem Engel stellen, wenn er bei dir vorbeikommt? Ich habe bei einigen Menschen in letzter Zeit in Bezug auf Engel herumgehört. Hier ein kleiner Auszug der Antworten auf diese beiden Fragen: „Welche englischen Mächte aus England meinst du denn?“ – „Natürlich frage ich, was die Lottozahlen am nächsten Samstag sein werden.“ – „Bestimmt sind Engel sehr groß.“
Eine ältere Frau hat mir vor langer Zeit von einer echten Engelsbegegnung erzählt, die sie gehabt hat. Sie erzählte von dem Engel, wie ich von einem guten Bekannten sprechen würde. Zu dieser Zeit war die ältere Dame mitten in dicken Beziehungsproblemen und völlig verzweifelt. Als sie nicht mehr weiter wusste, stand plötzlich ein großer Engel an ihrem Bettpfosten, der tröstlich mit ihr sprach und scheinbar eine unglaubliche Liebe ausstrahlte. – Ein Liebesengel.
Gestern habe ich etwas in dem Buch „Begegnungen mit Engeln“ von Charles Hunter geblättert. Hier ein Auszug aus dem Buch von dem, was mich besonders angesprochen hat. In dieser Passage des Buches wird Roland Buck, der etwas dicklich gewesen zu sein scheint, von einem Engel besucht. Wie bei Elia (1. Könige 19) gibt dieser Engel ihm ein kleines Fladenbrot zu essen. Dies hat erstaunliche Auswirkungen. Zum einen ist Roland Buck im folgenden über Tage hinweg voller Energie, zum anderen hat er keinen Hunger mehr und verliert innerhalb weniger Tage zu seiner großen Genugtuung 5 Kilogramm an Gewicht. – Eigentlich eine Sache, auf die viele Menschen schon lange warten: Geniessen und trotzdem abnehmen.
Engel scheinen gutes Essen zu lieben. In Hebräer 13,2 steht: „Die Gastfreundschaft vergesst nicht, denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.“ Auch als Abraham den drei Engeln begegnet, wird zusammen gegessen. (1. Moses 18,7-8):
Und Abraham lief zu den Rindern und nahm ein Kalb, zart und gut, und gab es dem Knecht; und der beeilte sich, es zuzubereiten. Und er holte Rahm und Milch und das Kalb, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor; und er stand vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen.
Engel scheinen also gastfreundliche, offene Häuser zu lieben, in denen es etwas Leckeres zu essen gibt. Ich möchte nicht ausschließen, dass ihr Lieben, die ihr in unser Offenes Haus hier in Tegel kommt, vielleicht in Wahrheit Engel seid, die einfach Freude am gemeinsamen Kochen und an der schönen Gemeinschaft haben.
Ist es nicht paradox: Menschen sind einsam und verschliessen sich aber immer mehr. Es ist ja kein Geheimnis, dass viele Menschen sich in Berlin sehr einsam fühlen. Doch je mehr sie sich so fühlen, desto mehr schotten sie ihre Wohnungen vor der Außenwelt ab. Dafür bringen sie wortreich viele Argumente an: „Ich bin zu gestresst.“ – Dabei würde vielleicht gerade ein lustiger Abend voller Annahme durch andere Menschen diesen Stress abbauen. – „Ich kenne niemanden und ich kann nicht kochen.“ – Dabei gibt es jetzt im Moment so viele Menschen, die geradezu auf einen Anruf warten und denen das Essen im Grunde genommen ganz egal wäre. –
Das beste Argument, das ich einmal gehört habe war: „Ich habe keine einheitliches Geschirrservice.“ Ich musste dann an Hans-Jürgen (Name geändert) denken, der als Junggeselle weder über ein Geschirr verfügte, wo ein Teil zum anderen passte, noch über Kochkenntnisse. Aber er hatte einen Römertopf und ein großes Herz. Jeden Sonntag waren 10-15 Leute bei ihm, obwohl er noch nicht einmal passende Stühle und einen großen Tisch hatte. Es waren gebildete Leute da, Verheiratete und einfache Leute, eigentlich war alles vertreten. Jedesmal kaufte Hans-Jürgen ein großes Stück Fleich, legte es in den Römertopf und fügte alle Gewürze und sonstigen Dinge bei, die er gerade so hatte: Bier, Senf, Rosmarin … Manchmal schmeckte es hervorragend, manchmal konnte man sich streiten.
Hans-Jürgen konnte vielleicht nicht kochen, aber er war nie einsam. Denn er hatte ja ein Offenes Haus. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Berlin viele christliche Offene Häuser brauchen. Dies zu erreichen ist eine wichtiges Ziel von In-Meiner-Strasse e.V. Ein Haus, wo gemeinsam gelacht, gegessen, geredet und gebetet wird. Ein Ort, an dem man privat zusammen in einer ganz natürlichen Atmosphäre Lobpreis machen und von einander aus der Bibel lernen kann.
Zum Schluß noch ein Beinahe-Engelserlebnis. Wir waren in einer kleinen Stadt unterwegs. Ein südländisch wirkender Mann kam auf unseren kleinen Sohn zu und sagte mit einer unglaublich intensiven Autorität: „Du wirst einmal sehr reich werden.“ Und ihm nächsten Moment war der Mann urplötzlich verschwunden und nicht mehr zu sehen. Vielleicht in der Menschenmenge verschwunden. Doch eine fast heilige Ausstrahlung lag in der Atmosphäre. Meine Frau und ich schauten uns spontan an und fragten uns gegenseitig: „War das ein Engel.“ Wir konnten uns nicht entscheiden.
Aber das ist ja auch gar nicht wichtig. Wichtig ist vielmehr, dass wir aus der Bibel die feste Zusage haben, dass sich der Engel Gottes um die lagert, die Ihn fürchten. Egal, ob wir ihn sehen oder nicht:
Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die Gott fürchten und hilft ihnen heraus. (Psalm 34,8)
In diesem Sinne freue ich mich schon auf den nächsten Samstag, wenn ihr lieben Engel wieder zu uns in Offene Haus in Tegel kommt. Mehr Infos dazu hier: Nikolaus-Jule-Club
Liebe Engel, erscheint zahlreich!
Günther, www.inunsererstrasse.de
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Bild: Rainer Sturm, pixelio.de



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