Sonntagmorgen im Urlaub. Normalerweise Zeit, den Gottesdienst zu besuchen. Aber hier, in fremden Land? Wir können weder spanisch noch mallorcinisch. Da bringt so eine Veranstaltung wenig. Also frühstücken wir in Ruhe, machen eine „duale Andacht“ und fahren dann zur nächsten Stadt, in der heute Markt ist.
In der Carrer Major (Hauptstrasse) in Sa Pobla sehen wir dann schon die vielen Fussgänger, oft mit Einkauftüten beladen, die uns bereits entgegenkommen. Die haben ihre Besorgungen schon hinter sich. Wir finden in den engen Strassen einen Parkplatz (zumindestens hoffen wir, dass man dort mit dem Auto stehenbleiben kann) und schlendern dann auch ins Getümmel.
Bunt, laut, lebhaftes Geschiebe und Gefeilsche – eben normales Marktflair. Und mittendrin sah ich ihn an einem Wühltisch sitzen. Er war total vertieft ins Lesen und Studieren seiner Bibel. Daneben lag ein Textmaker und tatsächlich – in seiner Bibel waren viele Stellen bunt markiert.
Sonntag Vormittag – und er konnte nicht zum Gottesdienst gehen, weil er sein Lebensunterhalt verdienen musste. Aber seine Bibel hatte er dabei. Sie war ihm wichtig.
Und er scheute sich auch nicht, trotz der vielen Leute ringsherum, darin zu lesen.
Mir fiel dazu der Psalm 119 ein, der in vielfältiger Weise darüber berichtet, wie wichtig, köstlich, schmackhaft usw. das geschriebene Wort Gottes für jeden interessierten Leser ist. Und welcher Segen darauf ruht!
„Wohl denen, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen!“ Ps. 119,2
Der interessierte Bibelleser in Sa Pobla ist für mich ein guter Anreiz, auch wieder vermehrt auf die Suche nach Schätzen in der Bibel zu gehen.
Oder sogar dem Autor derselben wieder neu zu begegnen…
siehe auch Mallorca-Geschichten (1)
siehe auch Mallorca-Geschichten (2)
Fotos: A. Meissner




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