Der Fussball-Messias

Er wohnte mal bei mir um die „Ecke“ – Lörrach ist nur ein paar Kilometer entfernt. Und wir haben auch vor Jahren – da war er noch Trainer von Borussia Dortmund – zusammen mal auf einer Hochzeit gesessen.

Aber weder damals noch heute sah ich ihn je mit einem Heiligenschein. Die Rede ist von Ottmar Hitzfeld, dem wohl bekanntesten Fussballtrainer Deutschlands.

Und dem erfolgreichsten. Erst kĂĽrzlich schloss er die letzte Saison bei Bayern MĂĽnchen mit zwei Titeln ab.

Nun wechselt er in diesem Sommer in die Schweiz, um die dortige Nationalmannschaft zu trainieren. Und wurde kürzlich in einer Zeitung als der „neue Messias des Schweizer Fussballs“ getitelt.

 

Was ich ganz toll fand: Ottmar Hitzfeld verwahrte sich gegen diesen Titel und die total ĂĽbertriebene Erwartungshaltung vieler Fussballbegeisterten. Und er weiss, wovon er spricht.

Zum einen wäre so ein Sprachgebrauch eine Ohrfeige gegen die grossartige Arbeit des bisherige Coachs Köbi Kuhn und zum anderen weiss Hitzfeld aus schmerzhafter eigener Vergangenheit, dass es nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen im Leistungssport gibt. Nicht umsonst hatte er selbst einige Zeit damit zu tun, Burnout-Symptome zu verkraften und zu durchleben. Also gar nicht messias-haft!

 

Was ich nicht so toll fand: Wie stark ist der Sport, ist Fussball schon als Ersatzdroge für unsere heutige Zivilisation geworden, dass es „Erlöser“ braucht, um den Schweizer Fussball wieder attraktiv zu machen? Beim letzten Besuch eines Spieles im Basler Joggeli fiel mir auf, wie Fussball als Ersatzreligion zelebriert wird. Mit Hymnen, Begeisterungswellen, Feindbildern und Aufopferungsbereitschaft der Fans für die eigene Truppe. Kein Wunder, wenn sich dann auch im Sprachgebrauch an biblische Begriffe angelehnt wird.

 

Der wirkliche Messias hatte mit Sport wenig oder gar nichts zu tun. Der „Gesalbte“ – Jesus Christus – ĂĽbernahm einen ganz anderen Auftrag: Menschen von SĂĽnde zu befreien (einer bezahlte fĂĽr alle) und die kaputte Beziehung zu Gott wieder in Ordnung zu bringen.

 

Wir alle brauchen diesen Messias Jesus – aber die Schweizer brauchen nur einen guten Fussballlehrer. Und den bekommen sie ja nun auch!

 

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Titelfoto: maiha / pixelio.de

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