Firmung hilft gegen Rechts

In der Wochenend-Ausgabe der Frankfurter Rundschau bin ich auf eine kleine, aber sehr feine Meldung gestoßen: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat eine für gestern geplante NPD-Veranstaltung in Wiesbaden untersagt. Begründung: Das Treffen der Rechtsextremisten und die zu erwartenden Gegendemonstrationen hätten eine Störung für den Firmgottesdienst in einer römisch-katholischen Kirche bedeutet.

Ich gehe mal davon aus, dass sich ähnliche Entscheidungen wohl auch für Erstkommunion-Feiern, Konfirmationen, Einsegnungen etc. erwirken lassen würden. Da bekommt man doch Lust, die Termine für solcher Anlässe wie Firmung et al. bei Bedarf entsprechend zu legen.

Auch das wäre vielleicht eine Form des Widerstands gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.

Artikel in der FR vom 31. Mai 2008: NPD darf nicht ins Bürgerhaus

Foto: la_vie_en_francais – Quelle: http://www.flickr.de


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

3 Kommentare zu „Firmung hilft gegen Rechts“

  1. Avatar von Daniel

    Du schreibst:
    „Da bekommt man doch Lust, die Termine für solcher Anlässe wie Firmung et al. bei Bedarf entsprechend zu legen.
    Auch das wäre vielleicht eine Form des Widerstands gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus.“

    Das wäre in meinen Augen vor allem ein Missbrauch sakraler Feiern für profane Zwecke und damit eine Entwertung derselben.

    Und im übrigen werden kirchliche Feiern hoffentlich keinen Vorrang vor zuvor angemeldeten Demonstrationen und Versammlungen bekommen. Ich möchte keine Kirche die nach Gutdünken missliebige Veranstaltungen verhindern kann.
    Klar kann man sagen „ist ja bloß Nazis-Abschaum und deren Fremdenfeinldichkeit ist schlecht für die Gesellschaft erzeugt Gewalt usw. Ist also kein Verlust“. Aber wie ist das mit anderen Streitthemen? Ist es erst möglich kirchliche Feiern auf diese Art als Waffe einzusetzen, warum nicht auch gegen Demonstratonen für ein freieres Abtreibungsrecht oder Schwulen- und Lesbendemos usw. Wer sagt wo genau Schluss ist? Was gesetzliche erlaubt ist, muss auch durchführbar bleiben das ist der einzige Maßstab der für Gerichte und Verwaltung zu gelten hat.

    Es muss immer eine Einzelfallabwägung bleiben und eine gezielte Gegenterminplanung muss von Gerichten als solche erkannt und die Versammlung im Zweifelsfall erlaubt werden.

  2. @ Daniel

    Sorry, aber da habe ich eine andere Auffassung.

    Ich sage es mal mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer: „Wer nicht für die Juden schreit, darf auch nicht gregorianisch singen.“

    Für mich wäre es nicht notwendigerweise der Mißbrauch einer sakralen Feier, wenn ich mitbekommen würde, dass zum geplanten Zeitraum eine entsprechende Fremdenfeindliche Kundgebung stattfinden soll, und ich durch geschickte Zeitplanung diese Kundgebung verhindern kann. Für mich wird die sakrale Feier damit auch nicht entwertet, sondern das Sakrament, welches ja nach katholischer Auffassung Heilszeichen Gottes gegenüber den Menschen ist, würde vielmehr noch viel deutlicher zu Tage treten, nämlich als ein Heilszeichen, welches unmittelbar Heil auf die Realität und den Alltag ausstrahlt.

  3. Avatar von Daniel

    Hallo Walter,

    deine Argumentation überzeugt mich nicht.
    Auch wenn du dich eher auf den ersten Teil meiner Erwiderung beziehst, wo ich auch mit mir reden lasse, mir ist der zweite Teil wichtiger. Die rechtsstaatliche Argumentation.

    Ich habe meine Auffassung über allerlei weltliche Angelegenheiten. Ich bin überzeugt sie sind fundiert, zumindest gebe ich mir in dieser Hinsicht Mühe und bin auch gerne bereit sie zu verteidigen und auch mich im Zweifel eines besseren belehren zu lassen.

    Allerdings gestehe ich anderen auch ihre Meinung zu und auch das Recht ihre Meinung öffentlich zu vertreten, so sehr ich die Meinung selbst auch verabscheuen mag.

    Der Rahmen wird durch das Gesetz bestimmt. Die NPD ist keine verbotene Partei, solange sich ihre Kundgebungen im gesetzlichen Rahmen bewegen, müssen sie erlaubt sein.

    Das ist dabei gar nicht auf die NPD als solche gemünzt, aus meiner Sicht eher bedauerlich dass sie davon ebenfalls profitiert, aber wie gesagt, meine Meinung ist nicht der Maßstab an dem sie sich messen lassen muss und das ist gut so!

    Wenn man nun den Termin absichtlich so legt, dass er auf den Termin einer geplanten missliebigen Kundgebung fällt, dann beraubt man anderen Bürgern ihrer Grundrechte, das muss ich so deutlich sagen. Meine theologischen Kenntnisse sind nicht gerade berühmt, aber ich bin mir sicher es gibt genug Bibel-Zitate die das dennoch rechtfertigen, aber das ist mir egal, Rechtstaatlichkeit ist mir wichtiger. Sie ist die notwendige Vorraussetzung zu einem friedlichen Zusammenleben ohne Unterdrückung von Minderheiten durch die Mehrheit. In diesem Zusammenhang macht mir die so verstandene „Ausstrahlung der Heilzeichen in den Alltag“ eher Angst als Hoffnung.

    Gruß
    Daniel

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen