München. Auf dem Tollwood spielt ein Theaterstück: Ein-Mann-Theater mit gefährlichem Inhalt. Es zerreißt vorhandene Jesusbilder, zerstört Glaubensdogmen und kann aber doch nicht von der Religion lassen. Es reibt sich an dem, woran sich Generationen gerieben haben: wer ist Jesus ? Und was bedeutet er für mich ? Wer religiös einiges aushält, sollte es sich ansehen.
Manche Dinge werden zwar etwas verfälscht dargestellt, beispielsweise wird unerwähnt gelassen, dass die ältesten Überlieferungen, die wir von Jesus haben (Paulusbriefe), durchaus existieren und nur knapp 20 Jahre vom Geschehen entfernt sind, zudem wird das Konzil von Nicaea als rein politische Machenschaft dargestellt, was aber den Kern nicht trifft: denn dort ging es vor allem darum, zu verstehen und festzulegen, wer Jesus war, bzw. wer denn jemand ist, der derartige Wunder vollbringt und wieder zum Leben erweckt wird – es ging also um die Frage: was bedeutet dies ?
Und auch sind die Evangelien keineswegs nur „Geschichtchen“, deren Verfasser ohnehin nicht mehr zur Zeit Jesu gelebt hätten – mindestens für das Markusevangelium, das um ca. 70 nach Chr. entstand, stimmt dies nicht unbedingt, und keineswegs stimmt es für (s.o.) die Paulusbriefe. Doch dererlei Vereinfachungen und Verdrehungen finden sich einige.
Dennoch: das Theaterstück ist die Aktualisierung eines alten und immer wieder neuen Themas: wo steckt denn Gott, ist Jesus gleich Gott, und: wie war das eigentlich alles ? Zwar erklärt der Hauptdarsteller eingangs, er glaube nicht, dass Jesus Gottes Sohn sei, aber das Stück spricht eine andere Sprache. Ganz ablassen von dieser Vorstellung kann es nämlich nicht. > Hier lesen.
> hier zur Homepage (in München ist die Vorstellung auf deutsch)
Bild:Stephane,pixelio.de



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