Zu Reihern…

… gehen.

Warum nennen wir das Übergeben eigentlich „reihern“?

​Hast du dich schon mal gefragt, was ein grauer Vogel mit langen Beinen mit Übelkeit und Erbrechen zu tun hat?

​Der Ausdruck reihern ist heute ein fester Bestandteil unserer Umgangssprache. Er hat eine spannende Geschichte, die direkt in die Tierwelt führt.

​Ein flinker Trick zur Flucht

​Der Name kommt tatsächlich vom Reiher. Dieser Vogel hat eine ganz besondere Art, mit Gefahren umzugehen. Wenn ein Reiher gerade einen schweren Fisch gefressen hat und plötzlich ein Feind auftaucht, muss er schnell weg.

​Da ein voller Magen ihn beim Abheben zu schwer macht, nutzt er einen Trick: Er würgt das Essen sofort wieder aus. Dadurch spart er Gewicht, wird leichter und kann viel schneller in die Luft steigen. Manchmal dient der ausgespuckte Fisch sogar als Ablenkung, damit der Angreifer erst mal damit beschäftigt ist.

​Wie das Wort zu uns kam

​Schon im 18. Jahrhundert begannen Menschen, dieses Verhalten auf uns zu übertragen. Vor allem unter Studenten wurde es damals üblich, das heftige Erbrechen als „reihern“ zu bezeichnen.

​Die ruckartigen Bewegungen, die der Vogel beim Auswürgen macht, sehen dem menschlichen Übergeben nämlich sehr ähnlich. Früher sagte man oft noch „einen Reiher machen“, bis daraus mit der Zeit einfach das kurze Wort reihern wurde.

​Auf den Punkt gebracht

​Der Begriff ist also ein direkter Vergleich mit der Natur. Weil der Vogel seine Nahrung ausspuckt, um bei Gefahr besser fliehen zu können, nutzen wir diesen Namen heute, wenn es uns selbst mal schlecht geht.


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