
Es braut sich ein Sturm zusammen, der das Schicksal der Ukraine besiegeln könnte. Die diplomatischen Drähte zwischen Washington und den europäischen Hauptstädten glühen, doch die Botschaft aus dem Weißen Haus ist eisig. US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefonat mit Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer unmissverständlich klargemacht, dass er „keine Zeit verschwenden“ will. Während die Europäer versuchen, den umstrittenen US-Friedensplan noch irgendwie zu entschärfen, erhöht Trump den Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj massiv: Er fordert „Realismus“ und drängt sogar auf Wahlen mitten im Krieg.
Hier ist eine kritische Einordnung, warum dies einem Bruch der amerikanischen Versprechen gleichkommt und welche Lawine das lostritt.
Warum Trump die Zusagen nicht nur ignoriert, sondern mit Füßen tritt
Wenn man sich die aktuellen Forderungen aus Washington ansieht, muss man feststellen: Die USA unter Trump kommen ihren moralischen und politischen Verpflichtungen aus dem Budapester Memorandum nicht nach. Sie tun geradezu das Gegenteil. Das Memorandum sollte die Souveränität und die Grenzen der Ukraine sichern. Der aktuelle US-Plan, der Gebietsabtretungen an Russland und einen Verzicht auf die NATO vorsieht, ist jedoch keine Sicherheitszusage, sondern eine Anleitung zur Kapitulation.
Anstatt die Ukraine gegen die russische Aggression zu stärken, wie es der Geist der Vereinbarung von 1994 verlangt, nutzt die Trump-Regierung die Abhängigkeit Kyjiws als Hebel. Die Forderung nach „Realismus“ ist dabei besonders zynisch. Sie bedeutet im Klartext: Finde dich damit ab, dass wir dich fallen lassen. Wer einem Land, das um seine bloße Existenz kämpft, die Unterstützung entzieht, um es zu einem Diktatfrieden zu zwingen, bricht das Vertrauen, das die Ukraine einst in den Westen setzte, als sie ihre Atomwaffen abgab.
Besonders perfide ist der Druck auf Selenskyj, jetzt Wahlen abzuhalten. Trump weiß genau, dass eine faire Abstimmung unter Kriegsrecht, mit Millionen Geflüchteten und Soldaten an der Front, kaum möglich ist. Es wirkt wie ein gezieltes Manöver, um die Legitimität der ukrainischen Führung zu untergraben oder Chaos zu stiften, um sich dann mit der Begründung zurückzuziehen, die Ukraine sei politisch instabil. Das ist kein Handeln eines Verbündeten, sondern das eines kühlen Abwicklers.
Die Folgen: Ein Erdbeben für die Sicherheitsarchitektur
Das Verhalten der USA hat verheerende Auswirkungen, die weit über die Ukraine hinausgehen:
- Für die Ukraine: Es droht der Verlust der staatlichen Unabhängigkeit. Ohne echte Sicherheitsgarantien – die der US-Plan laut Berichten explizit verweigert – wird jeder Waffenstillstand nur eine Atempause für Russland sein. Kyjiw wird faktisch zu einem russischen Satellitenstaat degradiert oder bleibt ein dauerhaftes Schlachtfeld.
- Für Europa: Kanzler Merz und seine Kollegen in Paris und London stehen vor einem Scherbenhaufen. Der Versuch, den US-Plan von 28 auf 20 Punkte zu kürzen und „weniger russlandfreundlich“ zu machen, ist ein verzweifelter Kampf gegen Windmühlen. Europa wird schmerzhaft vor Augen geführt, dass es ohne die USA militärisch nicht handlungsfähig genug ist, um Russland in die Schranken zu weisen. Das Bündnis bekommt Risse, die Putin lachend zur Kenntnis nimmt.
- International: Die Botschaft an die Welt ist katastrophal. Das Vorgehen der USA signalisiert jedem Diktator: Verträge mit dem Westen sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Und noch schlimmer: Es ist der endgültige Beweis, dass nur eigene Atomwaffen wirklichen Schutz bieten. Wer sie abgibt – wie die Ukraine –, wird im Ernstfall geopfert. Das wird die weltweite Aufrüstung massiv anfeuern.
Ein düsterer Ausblick
Wir erleben gerade, wie die Glaubwürdigkeit der westlichen Schutzmacht USA zerbröselt. Wenn sich Trumps Kurs durchsetzt, wird der Frieden in der Ukraine nicht durch Gerechtigkeit, sondern durch das Recht des Stärkeren diktiert. Für Kyjiw bedeutet das eine nationale Tragödie, für Europa eine dauerhafte Bedrohung vor der eigenen Haustür und für die Welt eine Ära, in der Sicherheitszusagen nichts mehr zählen.
Quelle: Basierend auf Informationen von DIE ZEIT, (Stand: 11. Dezember 2025).



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