„Stadtbild“: Meinte Kanzler Merz am Ende sich selbst?

Wir rätseln ja alle. Was, um alles in der Welt, ist dieses „Problem im Stadtbild“, das Bundeskanzler Friedrich Merz so sehr Sorgen bereitet, dass er es am liebsten „rückführen“ möchte?

Alle Welt stürzte sich sofort auf die offensichtliche Deutung: Er muss Migranten meinen. Aber mal ehrlich, das ist doch viel zu einfach.

Wir haben eine neue Theorie. Eine Theorie, die von einer fast schon tragischen Selbstreflexion zeugt.

Was, wenn Friedrich Merz morgens aus dem Kanzleramt blickt, über die Plätze schlendert, in einen Spiegel schaut und denkt: „Verdammt. Das Problem… bin ich.“

Die Rentner-Verschwörung

Denkt doch mal drüber nach. Was stört das Bild einer jungen, dynamischen, hippen Metropole wirklich? Was bremst den E-Scooter-Verkehr? Was hält die Schlangen an den Hafermilch-Cafés auf?

Richtig: Menschen, die langsam sind. Menschen, die beige Sakkos tragen. Menschen, die sich an Regeln halten und an der Kasse das Kleingeld abzählen.

Wir sprechen hier von einer Gruppe, die das Stadtbild seit Jahrzehnten prägt, aber vielleicht nicht mehr so recht zum Vibe passt: Ältere Mitbürger. Leute wie Friedrich Merz.

Es ist doch völlig logisch. Der Kanzler, selbst ein stolzer Vertreter der Generation Ü60, erkennt plötzlich: Wir sind es. Wir „passen irgendwie nicht mehr rein“. Dieses ganze Altsein stört die Ästhetik.

Die Indizien passen perfekt

Sobald man diese Brille aufsetzt, wird alles klar.

  1. Die „Rückführung“: Das Wort war vielleicht unglücklich gewählt, aber was meint er? Wohin „führt“ man ältere Menschen „zurück“, wenn sie in der City stören? Natürlich! Raus aus der teuren Innenstadt, rein in die „Betreute Wohn-Anlage“ am grünen Stadtrand. Das „Problem“ ist nicht weg, aber es ist aus dem Sichtfeld. Genial.
  2. Der „Töchter“-Spruch: Auch der ergibt plötzlich Sinn. „Fragen Sie Ihre Töchter!“ Was sehen die jungen Leute „bei Einbruch der Dunkelheit“? Sie sehen Rentner, die unsicher über den dunklen Parkplatz huschen. Und dieser Anblick – diese sichtbare Gebrechlichkeit – das ist das „Problem“, das der Kanzler meint. Es ist unangenehm. Es erinnert an die Vergänglichkeit. Es ruiniert den Vibe!

Ein Wort an den Kanzler

Falls diese Theorie stimmt, wäre das zwar ein Zeichen hoher Selbstreflexion, aber man müsste ihm sagen:

Herr Merz, beruhigen Sie sich. Mensch ist Mensch.

Es ist völlig egal, ob alt oder jung. Unabhängig von seiner Herkunft, Hautfarbe oder seinem Gewissen (oder seinem Gebiss).

Sie dürfen auch als älterer Mitbürger gerne weiterhin in Deutschland auf der Straße unterwegs sein. Wirklich. Sie müssen sich keine Gedanken um das Stadtbild machen, nur weil Sie da mit Aktentasche rumlaufen.

Niemand (außer vielleicht Sie selbst) will Sie in ein Heim „rückführen“, nur weil Sie vielleicht nicht mehr zum hippen Look von Berlin-Mitte passen. Also: Kopf hoch. Auch Menschen Ihres Alters haben ein Recht auf Teilhabe am öffentlichen Leben.

Wir halten das aus. Versprochen.


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos Freiheit frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Urlaub usa verantwortung Vertrauen video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

Ein Kommentar zu „„Stadtbild“: Meinte Kanzler Merz am Ende sich selbst?“

  1. Avatar von Agricola
    Agricola

    Nach einer neuen Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher verlagern 70 Prozent der Industrieunternehmen ihre Investitionen ins Ausland. Befragt wurden 240 Manager energieintensiver Branchen wie Chemie, Stahl, Glas und Zement. 31 Prozent verlagern Produktion aktiv nach Übersee, weitere 42 Prozent investieren lieber in anderen europäischen Ländern oder stoppen Projekte hierzulande.

    Und was ist für die deutsche Politik und die deutschen Medien das wichtigste Thema?
    Richtig! Die Standfestigkeit der Brandmauer, die für Grüne und SPD mittlerweile genauso existentiell ist wie seinerzeit die Berliner Mauer für das Honecker-Regime.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen