
Ein Déjà-vu in Washington, doch die Vorzeichen haben sich geändert. Erneut legt ein „Shutdown“ Teile der amerikanischen Regierungsgeschäfte lahm, weil sich Republikaner und Demokraten im Senat nicht auf einen Haushalt einigen konnten. Im Zentrum des Geschehens: Präsident Donald Trump. Doch dieses Mal ist seine Rolle eine völlig andere.
Seine sofortige Drohung, dauerhafte Entlassungen ins Auge zu fassen und unliebsame Programme zu streichen, dürfte niemanden wirklich schockieren. Schließlich ist Trump für seine rigorosen Personalentscheidungen bekannt und hat im Laufe seiner Karriere bereits tausende Menschen entlassen. Die Androhung von Kündigungen ist ein bekanntes Muster; der Shutdown dient hier lediglich als willkommener Vorwand, nicht als notwendige Begründung.
Der eigentlich bemerkenswerte Punkt ist ein anderer: Auf einmal ist der Spieß umgedreht. Erinnern wir uns an den Jahreswechsel 2018/2019: Damals war es Präsident Trump selbst, der den mit über fünf Wochen längsten Shutdown in der US-Geschichte bewusst in Kauf nahm und als mächtiges Druckmittel einsetzte, um seine politischen Ziele durchzusetzen. Er war der Akteur, der die Blockade nutzte.
Jetzt, im Jahr 2025, sitzt er auf der Gegenseite. Der Shutdown geschieht ihm, er wird von einem zerstrittenen Kongress herbeigeführt. Die Demokraten im Senat blockieren den republikanischen Entwurf, und Trump muss mit den Konsequenzen klarkommen, anstatt sie zu diktieren. Sein Haushaltsdirektor Russell Vought gibt zwar wie erwartet den Demokraten mit ihren „wahnwitzigen politischen Forderungen“ die Schuld, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Trump aus einer reaktiven Position agieren muss. Die politische Waffe, die er einst selbst so wirkungsvoll einsetzte, ist nun auf seine eigene Regierung gerichtet. Für einen Präsidenten, der stets die Kontrolle behalten will, ist dies eine politisch heikle und ungewohnte Situation.



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