Absolut unverständlich: Drohne durfte weiterfliegen

Eine russische Kamikaze-Drohne vom Typ Geran (Shahed) ist in den rumänischen Luftraum eingedrungen, wurde von rumänischen F-16-Kampfjets und deutschen Eurofightern eskortiert und durfte nach ganzen 50 Minuten wieder zurück in den ukrainischen Luftraum fliegen. Dort konnte sie potenziell wieder Ziele angreifen und Menschen töten. Eine Entscheidung, die aus ethischer Sicht mehr als nur Fragen aufwirft.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein NATO-Land entdeckt eine feindliche Drohne, die eindeutig dazu dient, im Nachbarland Terror zu verbreiten, hat die klare Genehmigung zum Abschuss, aber entscheidet sich dagegen. Die offizielle Begründung? Man wollte „kollaterale Risiken“ vermeiden. Das klingt zunächst vernünftig, doch dann kommt der entscheidende Nachsatz: Die Drohne flog nicht einmal über bewohntem Gebiet.

Welche „kollateralen Risiken“ sollen also bestanden haben? Das Risiko, ein paar Bäume zu treffen oder einen Acker umzupflügen? Das steht in keinem Verhältnis zu dem Risiko, das man eingegangen ist, indem man diese Waffe wieder auf die Ukraine losgelassen hat. Jeder weiß, was diese Drohnen in ukrainischen Städten anrichten. Sie zielen auf zivile Infrastruktur, auf Wohnhäuser, auf das Leben unschuldiger Menschen.

Das rumänische Verteidigungsministerium sprach zwar von einem „mangelnden Respekt der Russischen Föderation gegenüber den Normen des Völkerrechts“, der die Sicherheit der rumänischen Bürger und die kollektive Sicherheit der NATO gefährde. Aber was ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Anscheinend nur ein tatenloses Zusehen.

Hier wurde eine rote Linie überschritten, zu förderst natürlich erst einmal von Russland, dann allerdings auch von der zögerlichen Haltung eines NATO-Mitglieds. Man hatte die Chance, eine konkrete Bedrohung für die Ukraine zu neutralisieren – und hat sie nicht genutzt. Aus einer schwer nachvollziehbaren Vorsicht heraus hat man in Kauf genommen, dass diese Drohne anderswo tödliches Unheil anrichtet. Das ist aus ethischer Sicht völlig unverständlich und ein fatales Signal. Es zeigt eine Schwäche, die sich der Westen in diesen Zeiten schlicht nicht leisten kann.

Quelle: ZEIT ONLINE


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