Das Schweigen der Lämmer – Oder: Wenn Comedy zu teuer wird

Stell dir vor, dein Lieblingskomiker, der seit Jahren geniale Witze über Donald Trump reißt und dessen Show die Quotenrekorde sprengt, wird plötzlich abgesetzt. Genau das passiert gerade in den Staaten: Stephen Colbert, der bekannteste Trump-Kritiker aus der Late-Night-Szene, und seine blendend laufende „Late Show“ bei CBS müssen 2026 die Bühne räumen. Offizieller Grund? „Finanzielle Gründe.“ Ja, klar. Und mein Goldfisch kann fliegen.

Wenn 16 Millionen plötzlich „Kleingeld“ sind

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Kurz bevor die Nachricht von Colberts Abschied die Runde machte, hat Paramount, die Muttergesellschaft von CBS, mal eben 16 Millionen US-Dollar an Donald Trump überwiesen. Warum? Weil Trump eine Klage eingereicht hatte, die selbst ein Grundschüler als totalen Humbug abgetan hätte. Angeblich hatte CBS ein Interview mit Kamala Harris manipuliert, damit sie besser dasteht. Völlig absurd, aber hey, Kohle gegen Klageentzug scheint ein neues Businessmodell zu sein. Und ganz zufällig will Paramount gerade für acht Milliarden Dollar verkauft werden, und der potenzielle Käufer ist ein guter Kumpel vom Präsidenten. Wer jetzt immer noch an Zufälle glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Der Preis der Meinungsfreiheit: Ein Schnäppchen!

Da ist ein Medienkonzern, der sich brüstet, eine seriöse Nachrichtenquelle zu sein, und Trump mit Millionen abspeist, nur um eine lächerliche Klage vom Tisch zu bekommen. Und währenddessen wird derjenige, der mutig genug war, Trumps Taten Woche für Woche auf die Schippe zu nehmen, einfach wegrationalisiert. Ist das jetzt der Preis der Meinungsfreiheit in den USA? Offenbar ein ziemlich günstiger! Man könnte fast meinen, es ist eine subtile Botschaft an alle anderen Satiriker: Lasst die Finger von bestimmten Themen, sonst gibt’s bald nur noch Witze über das Wetter. Oder über Schnurrbärte. Colbert selbst nannte die Zahlung an Trump „big fat bribe“ – große fette Schmiergeldzahlung. Da hat er den Nagel mal wieder auf den Kopf getroffen, bevor er ihm selbst auf den Kopf fiel.

Die neue „Normalität“ – Ein Schelm, der Böses denkt

Dieses Szenario ist so absurd, dass es fast schon wieder komisch wäre, wenn es nicht so erschreckend real wäre. Wir reden hier nicht von einem obskuren Staat mit eingeschränkter Pressefreiheit, sondern von den Vereinigten Staaten von Amerika. Aber hey, vielleicht ist es ja die neue Normalität. Wer weiß, vielleicht gibt es bald nur noch „präsidentenfreundliche Comedy“, die von ganz oben abgesegnet wird. Und alle anderen können ja immer noch Witze im stillen Kämmerlein erzählen. Oder besser gleich ins Ausland ziehen. Denn dort, wo die Pressefreiheit noch ernst genommen wird, würde man bei solchen Vorgängen wohl eher von Zensur und politischer Einflussnahme sprechen. Aber in den USA? Ach was, alles nur „finanzielle Gründe“.

Quelle: Zusammenfassung des Artikels „Stephen Colbert: Und bald vergeht auch das Lachen“ von Dirk Peitz, veröffentlicht am 18. Juli 2025.


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