Wie der Westen Putin den Stecker ziehen könnte

Mal ganz ehrlich: Das endlose Gerede von der „komplexen Lage“ und dem „langen Atem“ kann doch keiner mehr hören. Während in der Ukraine seit dreieinhalb Jahren Menschen durch den russischen Angriffskrieg, der mittlerweile immer stärker intensiviert wird, sterben, suhlt sich der Westen in Zögerlichkeit und halbherzigen Maßnahmen. Dabei liegen die Werkzeuge, um Putins verbrecherischen Angriffskrieg zu beenden, längst auf dem Tisch. Man müsste sie nur benutzenDer Westen könnte es. Wenn er wollte.

Russland verliert diesen Krieg auf Dauer möglicherweise auf dem Schlachtfeld, aber der Westen droht, ihn durch seine eigene Unentschlossenheit zu verlängern. Es wird zwar viel getan, aber gemessen an der Wirtschaftsleistung ist das Engagement von Ländern wie Deutschland eher peinlich. Es ist Zeit, die Samthandschuhe auszuziehen.

1. Den Geldhahn zudrehen – und zwar richtig

Der mit Abstand größte Hebel ist das russische Öl. Aktuell laufen 55 % der russischen Ölexporte über die Ostsee. Die EU und ihre Partner müssten den Preisdeckel für russisches Öl endlich auf schmerzhafte 45 US-Dollar pro Barrel senken. Russlands Staatshaushalt ist mit über 80 Dollar kalkuliert – der Effekt wäre verheerend.

Gleichzeitig müsste die Umgehung durch die russische Schattenflotte – rostige Pötte, die ohne Versicherung über die Meere schippern – strikt unterbunden werden. Das bedeutet, jeden Tanker zu kontrollieren und bei Bedarf festzusetzen.

Russland wird natürlich versuchen, den Handel mit militärischem Druck zu erzwingen. Die Antwort darauf müsste eine Sprache sein, die der Kreml versteht:

  • Klare Ansage: Jedes russische Kriegsschiff, das unerlaubt in EU-Gewässer eindringt oder Kontrollmaßnahmen behindert, wird gestoppt, notfalls mit militärischen Mitteln.
  • Klare Ansage: Jeder russische Militärjet, der den EU-Luftraum verletzt, um Druck auszuüben, muss damit rechnen, abgeschossen zu werden.

Und die Angst vor Eskalation? Zweifelhaft. Die Türkei hatte einen russischen Kampfjet abgeschossen und Putin hat keinen Weltkrieg angefangen. Denn Stärke ist die einzige Sprache, die in Moskau respektiert wird.

2. Die Schraubzwingen ansetzen: China und der Südkaukasus

Russlands finanzieller Kollaps hängt maßgeblich an einem Akteur: China. Peking stützt das russische Regime, weil es von einem geschwächten Westen profitiert. Also muss der Druck auf China erhöht werden:

  • Auf diplomatischem Weg muss Peking unmissverständlich klargemacht werden, dass die EU Taiwan als souveränen Staat anerkennt, sollte die Militärhilfe für Russland nicht gestoppt werden. Das wäre für China, besonders in der angeblich angeschlagenen gesundheitlichen Verfassung von Xi Jinping, ein Albtraum.
  • Chinesische Plattformen wie TEMU gehören eingeschränkt oder mit Zöllen belegt. China kann sich einen Handelskrieg mit den USA und der EU nicht gleichzeitig leisten. Peking wird sich für Russland nicht opfern.

Gleichzeitig kann man Russland im Südkaukasus den Boden entziehen. Armenien und Aserbaidschan könnten dabei unterstützt werden, die Versorgung der dortigen russischen Truppen zu kappen. Ohne Strom, Wasser und Treibstoff ist der Spuk schnell vorbei. Eine Luftbrücke kann sich Russland schlicht nicht leisten.

3. Aufräumen vor der eigenen Haustür: Festung Europa 2.0

Der Krieg hat Europas brutale Abhängigkeiten offengelegt. Es ist höchste Zeit für eine strategische Neuausrichtung:

  • Europäisches Verteidigungszentrum: Wir brauchen eine zentrale Kommandostruktur, die von der Aufklärung bis zur Einsatzplanung alles koordiniert. Nicht nur kleine Projekte, sondern einen echten Generalstab für Europa.
  • Resilienz statt Abhängigkeit: Schluss mit der Naivität. Mindestens 50 % aller relevanten Güter müssen in der EU hergestellt werden. Rohstoffe wie Lithium und Seltene Erden liegen in Europa, Kobalt wird in Finnland abgebaut. Wir müssen sie nur nutzen. Die Abhängigkeit von Gütern aus Diktaturen muss auf ein Minimum sinken. Eine europäische IT-Infrastruktur ist Pflicht.

Das Endspiel: Wer zuletzt lacht…

Wenn diese Maßnahmen – allen voran der Ölpreisdeckel – schnell und konsequent umgesetzt werden, könnte der Krieg womöglich schon bis Ende des Jahres vorbei sein. Russland steht schon jetzt finanziell mit dem Rücken zur Wand.

Der Plan für danach ist simpel:

  1. Sämtliche Sanktionen werden erst dann aufgehoben, wenn der letzte russische Soldat die international anerkannten Grenzen der Ukraine verlassen hat. Inklusive der Krim. Keine Kompromisse.
  2. Das beschlagnahmte russische Staatsvermögen wird für den Wiederaufbau der Ukraine freigegeben. Dann bezahlt der Aggressor den Aufschwung, den er zerstören wollte. Ein positiver Nebeneffekt: Der Wiederaufbau wird auch in der EU einen gewaltigen Wirtschaftsboom auslösen.

Was aus Russland nach einem Finanzkollaps und einer krachenden Niederlage wird? Offen. Putins Tage wären gezählt, denn die russische Elite verzeiht keine Schwäche und keinen verlorenen Krieg. Ob sich China dann Teile Sibiriens einverleibt oder sich Republiken für unabhängig erklären, wird die Zeit zeigen. Wichtig ist nur, das russische Plündern in Afrika zu stoppen, um Terror und Flüchtlingswellen zu minimieren.

Der Westen hat die Macht. Die Frage ist nur, ob er endlich den Mut findet, sie auch zu nutzen.

Basierend unter anderem auf Ideen aus folgender Quelle:


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