
Washington D.C. / Riad – Mai 2025. Die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump ist in vollem Gange, und die Welt schaut gespannt – oder konsterniert – auf das, was da aus dem Weißen Haus und auf internationalen Bühnen geboten wird.
Jüngster Anlass für hochgezogene Augenbrauen und hitzige Debatten: Die geplante Air Force One-Sonderanfertigung, eine Boeing 747, die der Emir von Katar Präsident Trump persönlich als Geschenk überreichen will. Ein Flugzeug, das Trump, so hört man, auch nach dem Ende seiner Präsidentschaft gerne weiter nutzen würde.
Diese Großzügigkeit ist nur die Spitze des Eisbergs in einem System, das Beobachter als „Prinzip Trump“ bezeichnen: Die Kunst, Staatsgeschäfte und private Interessen so eng zu verweben, dass kaum noch jemand durchblickt, wo das eine aufhört und das andere anfängt. Berichte über massive saudische Investitionen in Unternehmen der Trump-Familie oder Landgeschenke aus dem Oman für Golf-Resorts runden das Bild einer Präsidentschaft ab, die alte diplomatische Gepflogenheiten neu definiert – oder sie schlicht ignoriert.
Willkommen in der Ära des Präsidial-Basars!
Ach, wer hätte das gedacht? Donald Trump, der Mann, der versprach, den Sumpf trockenzulegen, scheint ihn stattdessen in ein exklusives Shopping-Paradies für potente Staatsführer und seine eigene Familie verwandelt zu haben. „America First“ klingt in diesen Tagen verdächtig oft wie „Trump First, Second, and Maybe America Somewhere Down the Line if the Price is Right.„
Es ist ja fast schon rührend, wie naiv mancherorts noch von Staatsräson, diplomatischem Protokoll oder gar dem schnöden Konzept von „Interessenskonflikten“ gefaselt wird. Leute, das ist die zweite Staffel! Wir sind längst im „Advanced Level“ des politischen Dealings angekommen. Warum sollte ein Präsident sich mit langweiligen Staatsbanketten zufriedengeben, wenn er stattdessen eine glänzende neue Boeing 747 bekommen kann? Ein Flugzeug ist doch viel praktischer als, sagen wir, ein mühsam ausgehandelter internationaler Vertrag. Und es hat einen deutlich besseren Wiederverkaufswert für die Zeit nach der Präsidentschaft – eine weitsichtige Altersvorsorge, sozusagen.
Die Europäer rätseln derweil noch, ob Großschreibung in diplomatischen Noten oder die Imitation präsidialer Marotten den Zugang zum Oval Office erleichtern. Am Golf hat man die Lektion schneller gelernt: Zahle den Eintritt, und du bekommst vielleicht nicht immer, was du willst, aber zumindest die Aufmerksamkeit des obersten Kassierers. Es ist eine neue Ära der Diplomatie, in der die Visitenkarte des Präsidenten gleichzeitig die Preisliste für seine Gunst sein könnte.
Man muss es ihm ja lassen: Das Geschäftsmodell funktioniert. Von Hotelbuchungen für Staatsdelegationen in eigenen Etablissements bis hin zu Rohstoff-Deals, bei denen am Ende irgendwie immer ein Unternehmen profitiert, das einen bekannten Namen trägt – die Methode Trump ist zur neuen Normalität geworden. Korruption? Ein altmodisches Wort für clevere Geschäftemacherei auf höchster Ebene! Wer braucht schon ethische Leitplanken, wenn man eine viermotorige Privatjet-Option hat? In diesem Sinne: Frohes Regieren und allzeit gute Geschäfte! Vielleicht gibt es ja bald Treuepunkte für besonders großzügige „Geschenkgeber“. Man darf gespannt bleiben, welche Exklusivangebote die zweite Amtszeit noch bereithält.
Quellenangabe: Die Darstellung und die zugrundeliegenden Beobachtungen stützen sich auf den Kommentar Donald Trump: Der Kassierer“ von Lea Frehse, erschienen in DIE ZEIT, Nr. 20/2025, aktualisiert am 14. Mai 2025.



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