Der furchtsame Diktator traut sich nicht, zu kommen

Die Ängstlichkeit des angeblichen Friedensfürsten: Putin schickt Statisten zur Farce von Gesprächen

Die Lage ist bekannt: Die Ukraine, über drei Jahre nach Beginn der umfassenden russischen Invasion, steht weiterhin unter Beschuss. Angesichts neuer Friedensgespräche in der Türkei, initiiert nach einem europäischen Vorschlag für eine Feuerpause, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj klar gemacht: Er ist bereit, nach Istanbul zu reisen und persönlich mit Wladimir Putin zu verhandeln, denn – so Selenskyj zurecht – es sei „sein Krieg“. Doch was macht der Mann im Kreml, dieser angebliche Verfechter des Friedens, der ja angeblich nur die „Sicherheitsinteressen“ Russlands verteidigt? Er beweist einmal mehr, dass seine Rhetorik so aufrichtig ist wie ein russischer Wahlzettel.

Ach, dieser angebliche Friedensfürst Putin! Der große Stratege, der sich gerne als unerschrockenen Führer inszeniert und von Verhandlungen spricht, sobald der Wind ungünstig weht, zeigt nun sein wahres Gesicht: das eines eingeschüchterten Kriegsverbrechers, der sich vor der direkten Konfrontation drückt. Während Selenskyj, der inmitten des Chaos und der Zerstörung ausharrt, bereit ist, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, kneift der Kreml-Chef. Statt selbst die Verantwortung für seinen blutigen Krieg zu übernehmen und persönlich zu erscheinen, schickt er eine Delegation, die – welch Überraschung – aus denselben Gesichtern besteht, die schon die ergebnislosen Gespräche von 2022 „führten“. Ein Präsidentenberater, ein stellvertretender Verteidigungsminister, ein Vize-Außenminister und der Geheimdienst-Direktor. Mit Verlaub, das ist keine Delegation mit Entscheidungsgewalt. Das ist eine Ansammlung von Statisten, deren einziges Mandat darin zu bestehen scheint, Zeit zu schinden oder eine Kapitulation zu fordern.

Was für eine Farce! Da rollt Putin ein ganzes Land in Schutt und Asche, redet von Verhandlungen, und wenn die Gelegenheit da ist, versteckt er sich hinter seinen Lakaien. Dieses Nichterscheinen ist nicht nur eine Beleidigung für den Friedensprozess und die ukrainische Seite; es ist ein klares Signal: Putin will keinen echten Frieden. Er will ein Diktat. Er ist bereit, weiter zu morden und zerstören, aber nicht bereit, als Kriegstreiber an einem Tisch zu sitzen und zur Rechenschaft gezogen zu werden – nicht einmal im Ansatz.

Die Maske des Friedenswilligen ist endgültig gefallen. Übrig bleibt das Bild eines Mannes, der sich als stark darstellt, aber vor der Wirklichkeit und Verantwortung davonläuft. Der „mutige“ Wladimir Putin? Eher der furchtsame Despot, der seine Sockenpuppen vorschickt, weil er selbst nicht den Mut hat, sich der Tragweite seines eigenen Handelns zu stellen.

Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, AFP vom 15. Mai 2025.


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