
Ein Plädoyer für Klarheit und Haltung
Seit über drei Jahren tobt Russlands brutaler Angriffskrieg gegen die Ukraine. Und noch immer drehen sich in Deutschland die Debatten im Kreis. Statt entschlossener Solidarität mit der überfallenen Nation dominieren in manchen Köpfen vermeintlich „realistische“ Erklärmuster: Russland fühle sich von der NATO bedroht, der Westen habe provoziert, man müsse Putins Sicht verstehen. Doch genau dieses Denken ist gefährlich naiv – und im Kern brandgefährlich falsch.
Putin führt keinen Verteidigungskrieg. Er führt einen imperialistischen Feldzug. Schon lange vor der Invasion 2022 hat er mit Gewalt Fakten geschaffen – in Tschetschenien, Georgien, Syrien, der Krim. Seine Rede ist klar: Die Ukraine existiere zu Unrecht, die Nachbarn seien Einflusszonen Russlands. Wer da noch von „Sicherheitsinteressen“ redet, verschließt vor der Wirklichkeit die Augen.
Und ja, natürlich gibt es ein Eskalationsrisiko. Aber wer die Angst vor einem Atomkrieg zur politischen Lähmung werden lässt, liefert Europa auf dem Silbertablett aus. Auch Atommächte verlieren Kriege – und auch Putin lässt sich abschrecken, wie selbst China und Indien gezeigt haben. Die Alternative zur Apokalypse ist nicht das Wegducken, sondern die kluge, entschlossene Gegenmachtbildung. Das ist Realpolitik. Alles andere ist Wunschdenken.
Putin will nicht nur die Ukraine. Er will Europa spalten, destabilisieren, kontrollieren. Wer heute noch glaubt, mit Zugeständnissen Frieden erkaufen zu können, riskiert nur eins: mehr Krieg.
Darum ist es höchste Zeit für klare Haltung:
Europa muss der Ukraine entschlossen beistehen – nicht, weil es um Nächstenliebe geht, sondern um unsere eigene Sicherheit. Wer den Imperialisten mit „Verständnis“ begegnet, stärkt seine Agenda. Wer ihn stoppt, schützt die Weltordnung – und verhindert Schlimmeres.
Freiheit ist nicht bequem. Aber sie ist alternativlos.
Quelle: Frank Sauer, „Aber das Eskalationsrisiko!“, ZEIT ONLINE, 12. Mai 2025



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