
Die Nachricht klingt wie der Plot einer besonders makabren Satire: Donald Trump, der ehemalige und künftige US-Präsident mit dem Faible für Reality-TV-Dramaturgie, plant offenbar, den prominenten Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister in Betracht zu ziehen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Ein Mann, der Impfungen für eine Verschwörung hält, könnte bald über das öffentliche Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten wachen. Was soll da schon schiefgehen?
Man stelle sich die Kabinettssitzungen vor: „Herr Kennedy, was tun wir gegen die nächste Pandemie?“ – „Ich schlage vor, wir versuchen Globuli und beten dabei zu den Göttern der natürlichen Immunität.“ Vielleicht gibt es ja bald eine Behörde für ätherische Öle und Mondwasser. Und wozu überhaupt Gesundheitsämter, wenn man Viren auch einfach ignorieren kann?
Natürlich könnte das auch positive Effekte haben. Wenn Impfgegner im Amt sind, dürfte sich die Anti-Impf-Bewegung bald selbst diskreditieren. „Impfen oder Kennedy?“ – Diese Frage klärt sich von alleine.
Und Trump selbst? Man muss es ihm lassen: Er bleibt seiner Linie treu, Experten systematisch durch Expertengegner zu ersetzen. Umweltministerium? Vielleicht bald ein Kohlelobbyist. Bildungsministerium? Irgendjemand, der überzeugt ist, dass die Erde eine Scheibe ist. Konsistenz ist schließlich alles.
Aber vielleicht sollten wir nicht vorschnell urteilen. Robert F. Kennedy Jr. könnte die Gesundheitskrise Amerikas lösen – indem er einfach eine größere Krise schafft. Man nennt das wohl kreatives Chaos. In diesem Sinne: Willkommen in der neuen Staffel von „House of Cards – die Dystopie-Edition“.



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