McDonald’s neuer Lieblingsroman: Der wiedergeborene Pappbecher

Greenwashing at its best.

Na endlich, wir können aufatmen. McDonald’s, dieser leuchtende Ritter, hat die Lösung für unser kollektives Gewissen und die globale Umweltkrise gefunden. Es ist eine Geschichte so alt wie die Zeit selbst, eine Verwandlung, die das Herz berührt. Es ist die Mär von der erstaunlichen Metamorphose eines schnöden Pappbechers in ein prächtiges Buch.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei Ihrem nächsten Besuch im Goldenen M kein simples Getränk in die Hand gedrückt bekommen, sondern vielmehr eine Vorstufe zum nächsten Bestseller-Roman. Machen Sie sich keine Sorgen um die Verklebungen, die Ihren Durst stillen – es sind nur die Tränen der Umwelt, die dank der Erkenntnis, dass McDonald’s jetzt Bücher produziert, vor Freude weint.

Sie haben es auf der Plakatwand gesehen, nicht wahr? Ein zerknitterter, weggeworfener Pappbecher mit dem Stolz eines strahlenden Pfaus: „Ich bin schön, weil aus mir ein Buch werden kann“. Ein Motto, dass einem das Herz aufgeht. Ist es nicht wunderbar zu wissen, dass jedes Mal, wenn Sie einen Einwegbecher nehmen, Sie tatsächlich die Welt der Literatur bereichern könnten?

Natürlich sind da noch ein paar unbedeutende Details, wie zum Beispiel das aufwendige Verfahren zur Umwandlung der Becher in Bücher, die Energie, die für diesen Prozess benötigt wird und die Tatsache, dass die Umwandlung eines Bechers in ein Buch nicht wirklich den Bedarf an Bechern reduziert. Aber seien wir ehrlich, wer hat Zeit für solche Kleinigkeiten, wenn man auf der romantischen Reise von einem Fastfood-Abfallprodukt zur nächsten Ausgabe von „Krieg und Frieden“ ist?

Nehmen Sie es mit Humor, vielleicht wird Ihr nächster Big Mac von einem ehemaligen Happy Meal Karton begleitet, der davon träumt, eines Tages ein elegantes Kleidungsstück zu werden. Oder die Pommes Frites, die in einer Verpackung serviert werden, die darauf hofft, sich in ein Öko-Auto zu verwandeln. Die Möglichkeiten sind endlos, solange Sie bereit sind, sie mit einer Prise Salz und einer großen Portion Ironie zu nehmen.

Ich gratuliere McDonald’s zu dieser bahnbrechenden Idee. Ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung dieser Geschichte zu sehen. Wie wäre es mit „Ich bin schön, weil aus mir ein Wolkenkratzer werden kann“? Denn wer will schon einen einfachen Einwegbecher haben, wenn man einen potenziellen Wolkenkratzer in den Händen halten könnte?

Und so bewegt sich die Welt, ein Pappbecher nach dem anderen, in eine Zukunft, in der Abfall nicht nur Abfall ist, sondern der Stoff, aus dem Bestseller gemacht sind. Es ist ein Gedicht, ein Lied, eine Hymne an die Verwandlung. Oder, um es auf die altmodische Art zu sagen, es ist einfach nur Müll.


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