Herr Pistorius im Heute-Journal | Eine kurze Analyse

Seit heute ist Herr Pistorius deutscher Verteidigungsminister und wurde in dieser Funktion vorhin im ZDF im Heute-Journal interviewt.

Zu einer möglichen Lieferung von Leopard 2 Panzern durch Deutschland oder zumindest zur deutschen Zustimmung, dass andere Länder diesen Panzer an die Ukraine liefern, konnte er nichts sagen, erhoffte sich aber immerhin eine Entscheidung morgen beim Nato-Gipfel.

Im Vergleich zu seiner Vorgängerin, Christine Lambrecht, konnte der ehemalige Innenminister Niedersachsens zumindest auf eine gewisse Routine in der Selbstdarstellung zurückgreifen, die es ihm ermöglichte, auch Themen, in denen er wahrscheinlich noch nicht sonderlich gebrieft war, so zu beantworten, dass man denken konnte, er kenne sich bereits aus. Allerdings verlor er sich viel in Allgemeinplätzen, nichts genaueres könne man nicht sagen.

Aber gut, wer von uns wurde schon jemals als Verteidigungsminister gleich am ersten Tag interviewt, ohne sich aufgrund des fehlenden Vorlaufs irgendwie eingearbeitet haben zu können? Vor diesem Hintergrund hat er sich ganz okay geschlagen, wenn auch, wie schon gesagt, inhaltlich nicht viel rüberkam. Aber diese inhaltliche Leere konnte er zumindest rhetorisch elegant verpacken.

Wollen wir hoffen, dass er nun auch schnell inhaltlich in die Gänge kommt.

Aber fast noch wichtiger wäre, dass sein Chef, Bundeskanzler Olaf Scholz, versteht, dass Russland den Krieg verlieren muss, weil sonst kein einziges Land in Europa mehr sicher vor Russland ist. Rhetorisch hatte er diese sogenannte „Zeitenwende“ ja bereits ausgerufen vor etwa einem Jahr, nun sollte er sie auch inhaltlich füllen.

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