Psychisch auffälliges Verhalten: Hat sich Putin in der Isolation der Pandemie radikalisiert ?

Eben liest man, dass Russland sein Personal aus den Botschaften in der Ukraine abzieht, aus Odessa nämlich und ganz im Westen, etwa 60 km von der polnischen Grenze entfernt, aus Lemberg.

Es steht zu vermuten, dass eine großangelegte russische militärische Invasion erfolgen könnte. Der Westen würde in diesem Fall erstmal wieder perplex sein ob dieser ungeheuerlichen Dreistigkeit und dem unverantwortlichen Spiel mit zehntausenden von Menschenleben, aber in Putins Denken könnte eine Invasion folgerichtig erscheinen.

In diesem Zusammenhang muss man allerdings auch einmal die psychologische Frage stellen, ob Putin sich, wie ja manche Menschen, im Laufe der Pandemie durch Vereinsamung und Rückzug psychisch verändert und in eine eigene Welt zurückgezogen haben könnte, in welcher er sich dann mit paranoiden Ideen, für die er bereits vorher schon empfänglich war, radikalisiert haben könnte. Wenn man seine Rede von vor ein paar Tagen, die im Grunde eine Kriegserklärung an die Ukraine und den gesamten Westen war, anhört, kann man tatsächlich den Eindruck bekommen, dass Putin mittlerweile von einer gewissen Paranoia heimgesucht wird.

Dies lässt sich an folgendem Beispiel anschaulich machen: In Luft löst sich nämlich die Behauptung Putins auf, er habe angeblich Angst, dass die NATO, ein reines Verteidigungsbündnis, immer weiter an die Grenzen Russlands heranrücke. Das Gegenteil ist der Fall.

Putin hat in Belarus mittlerweile russische Truppen stehen und hat damit defacto das russische Staatsgebiet auf Belarus ausgedehnt, denn ein Rückzug seiner Truppen dürfte sehr unwahrscheinlich sein. Putins Marionette, der belarussische Diktator Lukaschenko, bleibt vermutlich weiterhin im Amt, wie auch die russischen Marionetten in den sogenannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk in der Ukraine. Durch die russische Präsenz in Belarus jedoch ist die russische Einflusssphäre bis an Polen und das Baltikum herangerückt, also bis an die NATO.

Und sollte nun Putin die Ukraine großflächig invadieren, wonach es aktuell aussieht, würde Russland auch in diesem Bereich weiter an die NATO heranrücken, nämlich noch einmal an Polen, an die Slowakei, Ungarn und Rumänien.

Putin fühlt sich angeblich von der NATO bedroht, rückt aber näher an diese heran. Das wirkt bestenfalls unlogisch und inkonsequent, schlechtestenfalls etwas paranoid.

Damit ist die Behauptung, Russland habe angeblich Angst vor einer direkten Nähe zur NATO, als Pappkamerad in sich zusammengestürzt. Putin hat vermutlich vor nichts Angst, außer vor seinem eigenen Machtverlust in Russland. Dafür ist er sogar bereit, Russland wirtschaftlich zu opfern.

Denn eine russische Invasion in die Ukraine wird, im Gegenteil zu den aktuellen, nur einigermaßen unangenehmen Sanktionen für Russland, echte und wirkungsvolle und massive Sanktionen zur Folge haben. Des weiteren wird die NATO in diesem Fall an ihrer Ostflanke massiv aufrüsten müssen. Die russische Wirtschaft, die hauptsächlich nur aus Rohstoffen und Bodenschätzen, also Erdöl und Erdgas, besteht, dürfte kollabieren, weil der Westen sich großflächig von einem so unzuverlässigen Geschäftspartner abwenden würde, der andere Länder mit Krieg überzieht und internationales Völkerrecht mit Füßen tritt. Das wird der Westen nicht mitmachen, auch, wenn es ihn selbst erst einmal wirtschaftlich eine begrenzte Zeit lang unter Druck setzen würde.

Und warum das alles?

Weil Putin einem anachronistischen Weltbild anhängt oder ganz neu anheimgefallen ist, welches seine eigene Macht zementiert, aber allen anderen Ländern die Freiheit abspricht.

Und vermutlich auch deswegen, weil Putin sich in der Einsamkeit der Pandemie radikalisiert haben und mittlerweile ein psychisch auffälliges Verhalten aufweisen könnte. So jemanden an den Hebeln der Macht zu belassen dürfte eigentlich auch nicht unbedingt im Interesse des russischen Staates liegen, weil der Staat durch Putins Verhalten mittelfristig ernsthafte Probleme bekommt. Stattdessen wäre man vermutlich besser beraten, Putin psychologisch zu begleiten und zu unterstützen, um seine eigene eingeschränkte Sicht, er offenbar für die einzig wahre hält, zu überwinden und einen vertrauensvollen Umgang mit den Mitmenschen neu zu erlernen.

Listen wir abschließend einmal auf, was am Verhalten Putins als psychisch auffällig gelten könnte: er fühlt sich von jemanden bedroht, der ihn nicht bedroht, NATO. Er respektiert soziale und rechtlichen Normen nicht, das Völkerrecht. Er hat Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichberechtigung, Autokratie. Er möchte scheinbar derjenige sein, der Russland zurück in die UdSSR führt, vielleicht Narzissmus. Er glaubt offenbar, seine Sicht der Wirklichkeit entspreche tatsächlich der Wirklichkeit, vielleicht eine Neurose.

5 Gedanken zu “Psychisch auffälliges Verhalten: Hat sich Putin in der Isolation der Pandemie radikalisiert ?

  1. Wie gut, dass ich mich über diesen Blog hier einen guten und schnellen Überblick über die Ereignisse in Russland und über die Person Putin holen kann. Danke für die gute Aufbereitung der schwierigen Themen der Welt.

    Auf Grund der aktuellen Entwicklung in Russland sieht man ja Putin öfter in TV, als sonst. Und ich finde, dass er aufgedunsen aussieht und nicht nur das. Er guckt in die Kamera nur noch mit Schlitzaugen. Für mich sagt das auch etwas aus. Er hat den Rundumblick verloren, nur noch ein Feindbild im Visier und alles andere ausgeblendet.

    Narzissten sind ja auch dafür bekannt, dass sie u.a. mit Lügen versuchen an ihr Ziel kommen. Und das schlimme daran ist, dass sie ihr Umfeld nicht nur täuschen, sondern dass sie ihre eigenen Lügen auch als Realität einstufen.
    Eine Bedrohung ist nur ein Konstrukt ihres einseitig ausgerichteten Geistes.

    Novalny bezeichnet Putin und sein anhängendes Gefolge sogar als senil.

    Eine Pandemie bedingte Isolation kann unterschwellig aggressive Menschen noch aggressiver machen. Das sehe ich auch grade. Er steht grade im Mittelpunkt der Welt und das scheint ihm zu gefallen.

    Vielleicht ist er auch krank. Geistig ganz bestimmt, aber auch körperlich kann es möglich sein. Sein aufgedunsenes Gesicht spricht dafür, dass er möglicher Weise jede Menge Medikamente nimmt. 🤔

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    1. Ja, es steht wirklich zu vermuten, dass er mittlerweile psychisch auffälliges Verhalten an den Tag legt. Dass er einen Tunnelblick bekommen hat, dass er nicht mehr den Überblick hat. Denn rational ist es nicht mehr, was er macht.

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