Höchste Zeit für ein Ultimatum an Putin

Seit Monaten schon hält Putin mit seinen massiven militärischen Muskelspielen die Ukraine, die EU und die USA, den Westen also, in einem unerträglichen und erpresserischen Würgegriff der Ungewissheit und der Angst.

Man könnte den Spieß auch umdrehen und Putin ein Ultimatum stellen, um sich nicht weiter vor Putin hertreiben zu lassen und zugleich deutlich klarzumachen, dass derlei rücksichtsloses Verhalten nicht in Ordnung ist und auch nicht mehr toleriert wird. Anstatt wie bisher immer wieder bei Putin um Deeskalation zu bitten, könnte der Westen nun selbst – wirtschaftlich – eskalieren. Putin wäre dann der Bittsteller, nicht mehr die westliche Diplomatie, die seit Monaten bettelnd buhlt um die Gunst Putins. Dazu bräuchte es allerdings Entschlossenheit.

Diese Entschlossenheit kostet den Westen etwas, aber sie wird wohl weniger kosten als ein durch Putin angezettelter Krieg. Denn es ist doch so: Wenn Putin wirklich und unbedingt Krieg will, kommt dieser Krieg auch, ohne dass der Westen das in irgendeiner Weise verhindern könnte.

Wenn aber Putin einigermaßen rational denkt und auch an seinem eigenen Machterhalt interessiert ist, dann wird er es sich nicht komplett mit dem Westen verscherzen wollen, den er wirtschaftlich wie politisch dringend braucht – nicht zuletzt gegen die im Osten Russlands auftauchende riesige Autokratie, die Russland auf Dauer durchaus gefährlich werden könnte: China. Vor der zutiefst befriedeten EU braucht Russland sich nicht zu fürchten – vor China auf Dauer durchaus. Denn unter Autokraten sind sichere Landesgrenzen keine sakrosankten Heiligtümer. Putin täte gut daran, die geostrategische Sicherheit im Westen, die Russland bei der EU genießt, nicht zu eskalieren, und er hat den Bogen bereits fast schon überspannt. Denn im Osten Russlands blüht ihm in den nächsten Jahren und Jahrzehnten alles andere als Sicherheit und Verlässlichkeit. Wenn Putin dagegen weitermacht, wie bisher, dürfte auch die westliche Wirtschaft aufgrund der Unsicherheit das Interesse an Investitionen in Russland immer mehr verlieren: Russland würde dann abhängig von China. Autokratie gegen Autokratie – keine verlässliche Zukunftsperspektive für Russland.

Wie das Ganze gehen könnte, lesen Sie hier.

Hier eine Analyse zum Besuch des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz bei Putin heute.

4 Gedanken zu “Höchste Zeit für ein Ultimatum an Putin

  1. na .. die Autokraten hauen sich auch gern gegenseitig die Köpfe ein. Niemand will als vor sich bzw. vor seinem Volk als Schwächling dastehen und sei es um die Gefahr des eigenen Untergang. Wie im Film, wenn im Showdown bis aus Blut gekämpft wird. Im Film geht es zwar um Gut oder Böse. In der realen Welt kann auch genau so verbissen Böse gehen Böse antreten.

    Aber heute. so las ich, wurde ein Ruf aus den linken Reihen nach Frau Merkel laut. Sie solle als Vermittlerin wieder aus ihrem Rückzug in Erscheinung treten. In Kiew glaubt man sogar, dass Frau Merkel während ihrer Amtszeit ihre Beschützerin war.
    International hat sie ja den Ruf, eine Meisterin der Kompromisse zu sein. Einen Versuch wäre es wert 😁

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  2. Die 🇺🇦ist kein Mitglied von NATO, EU aber sie kämpft seit 8 Jahren allein gegen die Tyrannei von Kreml und ist nun bereit, den ultimativen Preis zu zahlen, indem es nicht nur seine souveräne Wahl, sondern auch EU-Werte verteidigt. Es schützt diejenigen, die das nicht einmal verstehen.

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