Good cop, bad cop | Der deutsche Umgang mit Putin

Putin bedroht weiterhin die Ukraine mit seinem riesigen russischen Truppenaufmarsch im Norden und Osten des Landes.

Im Westen setzt man erstmal auf Diplomatie und sonst auf wirtschaftliche und politische Maßnahmen. Ob auch militärische Maßnahmen mit im Spiel sind, ist unklar.

Deutschland will der Ukraine keine Waffen liefern und das Bundeskanzleramt bleibt immer noch relativ ominös und vage in Bezug darauf, ob beispielsweise die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 im Falle einer russischen Invasion in die Ukraine ad acta gelegt werden würde. Zwar, so hört man aus dem Bundeskanzleramt, würden alle Optionen auf dem Tisch liegen, Kanzler Scholz vermeidet es jedoch relativ beharrlich, explizit Nord Stream 2 zu benennen.

Die NATO-Verbündeten wissen derzeit nicht mehr allzu viel mit Deutschland anzufangen, weil sie Sorge haben, Deutschland habe sich irgendwie ausgeklinkt und schaue nur auf den eigenen wirtschaftlichen Vorteil. Dieser Eindruck mag richtig sein.

Good cop, bad cop – guter Polizist, böser Polizist

Möglicherweise spielt Deutschland aber auch gerade good cop, im Gegensatz zu den anderen NATO-Verbündeten und den USA, die als bad cop Putin massiv drohen.

Unklar, ob diese Strategie aufgeht, aber Deutschland möchte ja im sogenannten Normandieformat, also zusammen mit Frankreich, der Ukraine und Russland irgendwie weiter im Gespräch bleiben. Allerdings haben diese Gespräche in den letzten acht Jahren, seit Putin die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und den Krieg in die Ostukraine getragen hatte, nicht so unglaublich viel gebracht, höchstens eine ziemlich fragile Waffenruhe.

Ob der good cop also wirklich der good cop bleiben wird in dem Sinne, dass er irgendwas erreicht, ist fraglich. Unabhängig davon ist es natürlich äußerst bequem, good cop zu spielen. Die Arbeit macht nämlich der bad cop.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Good cop, bad cop | Der deutsche Umgang mit Putin“

  1. Germany’s stance regarding joining other NATO nations in sending assistance to Ukraine is confusing and frankly it’s disturbing. Germany is a country with a poor history. The U.S. has gradually withdrawn troops and shut down some military bases in Germany. Perhaps they should take another look at that.

  2. Yes, indeed, Germany’s security depends extremely on its NATO membership, for which Germany does not want to pay too much. And in the current case, it seems as if Germany is looking more at economic interests than at strategic partners. That’s problematic.

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