Impfen ist keine reine Privatsache

Wenn Menschen sich in Deutschland nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, ist das, anders als man vielleicht zunächst erwarten würde, keine reine Privatsache.

Zwar muss sich in Deutschland niemand impfen lassen, es gibt keine Impfpflicht gegen das Coronavirus, aber eine Entscheidung gegen eine Impfung hat eben nicht nur mit einem persönlich zu tun, sondern auch mit der Allgemeinheit. Der Verzicht auf eine Coronaimpfung bedeutet nämlich, dass viele Menschen, die nicht geimpft sind, eine starke erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, schwer zu erkranken und auf irgendeiner Intensivstation in irgendeinem Krankenhaus ein Intensivbett zu belegen, oft sogar sehr lange.

Wenn aber sehr viele Intensivbetten mit Patienten belegt sind, die sich ganz leicht hätten impfen lassen und so eine schwere Covid-19-Erkrankung hätten verhindern können, bedeutet das, dass Menschen, die einen schweren Unfall haben, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall und so weiter, kein Intensivbetten mehr bekommen könnten. Und spätestens hier merkt man, dass die Entscheidung für oder gegen eine Coronaimpfung dann auch Auswirkungen auf das Leben anderer Menschen hat.

Zwar könnte man argumentieren, dass Menschen einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall und einem schweren Unfall auch etwas entgegensetzen können, durch eine vernünftige und gesunde Lebensweise nämlich. Aber eine solche Lebensweise durchgängig umzusetzen ist doch ungleich schwerer, als sich zweimal impfen zu lassen. Und nicht jeder Unfall, nicht jeder Herzinfarkt, nicht jeder Schlaganfall hätte zudem durch eine gesunde Lebensweise verhindert werden können.

Insofern verantworten Menschen, die sich aus medizinischen Gründen impfen lassen könnten, dies aber bewusst nicht tun, in gewisser Weise, dass andere Menschen zu Tode kommen könnten.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Impfen ist keine reine Privatsache“

  1. Avatar von klimaleugner
    klimaleugner

    Bei der Entscheidung, ob ich mich impfen lasse oder nicht, handelt es sich um die Wahrnehmung eines Grundrechtes.
    Grundrechte heißen Grundrechte, weil sie grundsätzlich gelten und nicht nur dann, wenn es einem hysterisierten Mob in den Kram paßt.

  2. Ja, das Grundrecht haben Sie ja auch. Ich hatte hier aber eine ethische Einschätzung vorgenommen.

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