Die drei medialen Fettnäpfchen des Armin Laschet

Es ist nicht so, dass andere Politiker*nnen keine Fehler gemacht hätten. Aber die Fettnäpfchen, in die der Kanzlerkandidat der Union getreten ist, sind für viele Menschen leicht zu erkennen und überlagern seine möglichen politischen Leistungen.

Zu Beginn der Pandemie, als die meisten Menschen bereits mitbekommen hatten, dass man einen Mund-Nasen-Schutz auch über der Nase trägt, hatte der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, dies offensichtlich noch nicht mitbekommen, als er irgendeine Firma besuchte und die Nase draußen trug, über seiner Maske. Die Kameras dokumentierten dies, die Bilder gingen in die Medien.

Vor einigen Wochen Flutkatastrophe in Deutschland. Eine ernste Situation. Armin Laschet war sich womöglich des Ernstes der Lage durchaus bewusst, aber in der entscheidenden Situation, als im Vordergrund der Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mit ernster Miene in die Kameras spricht, juxt und scherzt im Hintergrund Armin Laschet. Die Bilder gingen in die Medien.

Seitdem hatte der Politiker versucht, eine neue Seriosität an den Tag zu legen, er hielt für seine Verhältnisse mitreißende Reden, unter anderem bei der CSU in Bayern. Und man muss sagen, ihm ist einiges gelungen, um sein Image zu Positiven hin zu verändern. Dann aber gestern, Armin Laschet wirft seinen Wahlzettel zur Bundestagswahl in die Urne und was Armin Laschet scheinbar nicht weiß, was aber eigentlich alle Bürger*innen wissen, ist, dass man den Wahlzettel so faltet, dass außen das leere Blatt ist. Denn andere Menschen sollen ja nicht sehen können, wen man gewählt hat. Die Wahl ist ja geheim. Ganz anders bei Armin Laschet, seine Kreuzchen sind außen. Die Bilder gingen in die Medien.

Ob diese Fettnäpfchen nun ein pars pro toto für seine Politik sind, müssten Analysten genauer betrachten, hilfreich sind die Fettnäpfchen aber für das Image sicherlich nicht. Und diese Fettnäpfchen waren es wohl auch, die den Gegenkandidaten der SPD, Olaf Scholz, der sich praktisch nicht gerührt hatte, in den Umfrageergebnissen so positiv haben dastehen lassen, weil er einfach gar nichts machte und so zumindest auch keine Fehler machte und in keine Fettnäpfchen trat. Denn es gäbe ja durchaus einige Themen, die man dem bisherigen Finanzminister Olaf Scholz anhängen könnte, Cum-Ex-Skandal, Wirecard Skandal. Beides Themen, bei denen massiv Geld der Steuerzahler*innen verbrannt wurde. Doch diese Finanzthemen waren scheinbar vielen Bürger*innen zu abstrakt, viel besser vorstellbar und quasi selbsterklärend hingegen waren die Fettnäpfchen des Armin Laschet.

Seine Fettnäpfchen sind menschlich und eigentlich durchaus auch lustig, seinem Image haben sie aber vermutlich massiv geschadet, denn sie wirken auf viele Menschen gedankenverloren und etwas trottelig.

4 Gedanken zu “Die drei medialen Fettnäpfchen des Armin Laschet

  1. Irgendwie hat er mir schon leid getan. Ein Faustpax nach dem anderen. Aber ob das wirklich der Grund für das Wahlergebnis war, kann nur im Raum der Spekulation geklärt werden.
    Zu Beginn des Wahlkampfes, als jeder Kanzlerkandidat sein Statement abgab, könnte ich wirklich nur Olaf Scholz bis zu Ende zuhören. Bei Laschet schweiften meine Gedanken vorzeitig ab. Oh..war das schon ein Vorzeichen? 🤔 Sicher nicht.
    Olaf Scholz strahlte für mich mehr Ruhe aus und dass ist vielleicht genau das, was das Land nach bzw. noch während der Pandemie braucht.

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    1. Herr Laschet hatte auch innerhalb der Union nicht den größten Rückhalt und war auch bei den Wähler*innen nicht so beliebt. Es war vermutlich nicht so clever von der Union, ihn als Kanzlerkandidaten zu nominieren.
      Aber menschlich hat es einem schon leid getan, das stimmt.

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      1. Das denke ich auch. Irgendwas hat bei ihm gefehlt, was einen hätte zünden können, auch wenn er sein bestes gegeben hat.
        Scholz hat für mich ähnlich bei Biden etwas von einer Schlaftablette. 😄
        Er will alles mit „guter Ruhe“ und Klarheit angehen und darum geht es vielleicht in Zukunft.

        Die Pandemie hat viele Menschen aufgerieben, dito auch die Politiker. Herr Span muss sich bestimmt erstmal erholen. Vielleicht wollte er zu Beginn der Wahlperiode nur etwas an dem Beiträgen für die KK drehen und stand dann plötzlich im Zentrum der Politik. 🥴🥴

        Ich gehöre zu den Bürgern des Landes, die die Politiker als Menschen (auch nur Menschen) betrachtet. Mir ist wichtig, dass sie fleißig arbeiten und sich für uns Menschen einbringen.

        Umso mehr war ich sprachlos, dass die Maßnahmen bei vielen Menschen seit letzten Sommer auf Ablehnung stießen. Das erste mal, dass der Staat den Menschen und nicht das Geld in den Vordergrund stellte und dann diese Reaktion?

        Naja…Krisen befördern das Beste oder das Schlechteste im Menschen nach außen.
        Aber diese Erkenntnisse machte ich in der Vergangenheit schon in meinem Leben. Bekannte und Vertraute wandelten sich hör meinen Augen 😉

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        1. Ja, Politiker sind natürlich Menschen und man sollte in ihnen auch immer den Menschen sehen. Andererseits geht es einigen von ihnen, besonders denen, die im Rampenlicht stehen, aber auch zu einem nicht unwesentlichen Teil um Macht, und besonders diejenigen stehen im Rampenlicht, die das Spiel um die Macht beherrschen. Insofern kann man da schon etwas kritischer hinschauen bei manchen Politikern.
          Ja, die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und zur Unterstützung der Wirtschaft etc kamen mir in Deutschland auch vernünftig und angemessen vor.

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