Prince Charming. Das berufliche Ende eines angehenden katholischen Priesters

In München möchte ein junger Mann katholischer Priester werden. Irgendwann läuft ihm offensichtlich eine kleine Bekanntheit aus der homosexuellen Dating-Show „Prince Charming“, die unter anderem auf VOX ausgestrahlt wurde, über den Weg und es gibt ein Foto von beiden, auf dem sie in die Kamera lächeln, irgendwo in der Stadt, irgendwo auf der Straße, nichts besonderes. Ein Foto ohne irgendetwas Sichtbares, das einen aufregen könnte.

Aufgeregt jedoch war dadurch offensichtlich die katholische Kirche und beendete die Ausbildung des angehenden katholischen Priesters. Der Umgang des jungen Mannes mit den sozialen Medien biete Grund zur Beanstandung.

Soweit in Kürze die Story, die Sie hier genauer nachlesen können.

In anderen Bereichen, im Geschäftsleben beispielsweise oder im Bildungssektor, gäbe es vermutlich einen Aufschrei wegen Diskriminierung, wenn dort etwas ähnliches geschehen würde.

Die Sache ist aber nicht nur wegen der Diskriminierung problematisch, sondern auch deswegen etwas absurd, weil offensichtlich im Vatikan ein hoher prozentualer Anteil an homosexuellen Männern arbeitet und zu vermuten ist, dass dieser Anteil generell bei katholischen Priestern, die ja aufgrund des Zölibats keine Frau heiraten dürfen und sich also in dieses Zölibat fügen, auch nicht so ganz niedrig liegen dürfte.

In dieser Hinsicht erscheint es als ein Segen, dass der kleine Mönch Martin Luther, der später dann sogar zum Theologieprofessor avanchierte, im 16. Jahrhundert eigentlich die katholische Kirche reformieren wollte, woraus sich dann aber die evangelische Kirche entwickelte und abspaltete.

In der evangelischen Kirche in Deutschland erhalten homosexuelle Paare zumindest den kirchlichen Segen, teilweise werden sie sogar getraut. Das gibt Hoffnung, berücksichtigt es doch, dass die Menschen sich ihre Sexualität in aller Regel nicht aussuchen können und man, wenn man christlich gedacht davon ausgeht, dass Gott eine gute Schöpfung erschaffen hat, von Gott eben so geschaffen ist, wie man geschaffen ist, wohl auch mit der Sexualität, die man hat. Und sofern Sexualität unter Erwachsenen einvernehmlich vonstatten geht und in einer verantwortlichen Beziehung gelebt wird, lässt sich dagegen auch nicht ohne weiteres etwas sagen.

In der katholischen Kirche braucht es aber womöglich noch ein paar Jahrhunderte, bis man auf einen ähnlichen Status kommt. Aus Maria 2.0, einer Reformbewegung innerhalb der katholischen Kirche, die Frauen auch stärker berücksichtigt sehen möchte, könnte Maria 200.0 werden, bis sich da etwas tut. Ähnlich auch beim Thema der Homosexualität.

Schade eigentlich, denn wie gesagt, christlich gedacht hat Gott eine gute Schöpfung geschaffen. Wer könnte ihm da unterstellen wollen, er hätte Fehler bezüglich der Sexualität in seiner Schöpfung eingebaut? In diesem Fall wäre Gott ja nicht unfehlbar. Wie will die katholische Kirche dann aber schlüssig begründen, woher die sexuelle Ausrichtung eines Menschen kommt? Wenn Gott diesbezüglich keinen Fehler gemacht hat, so war es vermutlich Gottes Wille, dass die Menschen so sind, wie sie sind, solange sie verantwortlich mit ihren Mitmenschen umgehen.

Falls Sie die evangelische Entspanntheit mit dem Thema irgendwie nicht glauben können, schauen Sie sich doch den Video-Podcast der beiden verheirateten evangelischen Pastorinnen an, die übrigens auch ein Kind miteinander haben.

3 Gedanken zu “Prince Charming. Das berufliche Ende eines angehenden katholischen Priesters

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