Zur Bekämpfung der Pandemie werden in Deutschland Grundrechte nach wie vor eingeschränkt, voraussichtlich und hoffentlich nur temporär, wenngleich diese temporären Einschränkungen nun schon ziemlich lange dauern.
Ab einer gewissen Inzidenz (100) über drei Tage hinweg gilt nach der aktuellen Novellierung des Infektionsschutzgesetzes abends eine Ausgangssperre (22-5 Uhr).
Die Versammlungsfreiheit ist zwar nach wie vor gegeben, aber man muss sich logischerweise an die Hygienemaßnahmen halten, also Abstand halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, was beispielsweise bei Demonstrationen derzeit oft nicht der Fall ist.
Derartige Einschränkungen sind nötig, weil auf der anderen Seite Menschen infolge einer Covid-19 Infektion schwer erkranken und sterben. Das ist mit dem Grundrecht, dass die Würde des Menschen garantiert werden muss, auch nicht zu vereinen. Denn was beschädigt die Würde des Menschen mehr, als der Tod?
Der Staat muss also auch diejenigen Menschen schützen, die sich nicht schützen können. Dazu sind derartige Einschränkungen nötig.
Ohne derartige Einschränkungen kann es zudem passieren, dass der Staat, der die Grundrechte garantiert, irgendwann pleite geht und kollabiert (Deutschland ist nun den sechsten Monat im Shutdown), was bedeuten würde, dass er dann auch die Grundrechte nicht mehr garantieren könnte. Grundrechte als Idee funktionieren zwar theoretisch auch ohne Staat, in der Realität existieren sie aber nur, weil jemand sie vertritt und durchsetzt. Insofern sind die Regelungen, die im aktuellen Infektionsschutzgesetz auf Bundesebene beschlossen wurden, logisch nachvollziehbar und auch nötig.
Wie ist eine christliche Perspektive zu diesem Thema?
Aus christlicher Sicht ist es so: man soll sich selbst annehmen, aber genauso oder noch etwas mehr seinen Nächsten, seinen Mitmenschen, lieben. Und das bedeutet, mit den Mitmenschen so umzugehen, dass sie nicht gefährdet werden. Man kann also aus christlich ethischer Sicht nicht darauf beharren, dass man sein eigenes Recht durchsetzen will, wenn gleichzeitig das Recht auf Leben anderer Menschen damit auf dem Spiel steht.



Kommentar verfassen