Der Staat als Dienstleister?

Der Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen kann.

Er lebt davon, dass die Menschen moralisch anständig miteinander umgehen.

Diese Voraussetzungen werden zwar nicht nur, aber in einem nicht unerheblichen Maße beispielsweise auch durch die Kirchen uns durch die Religion geschaffen und gefördert.

Die Voraussetzung, dass Menschen am Gemeinwesen interessiert sind und für andere Menschen sorgen und auf sie Rücksicht nehmen wollen, ist eine Voraussetzung, die der Staat aber nicht anordnen kann, sondern er ist abhängig davon, dass diese Voraussetzungen schon bestehen.

Gerade jetzt in der Pandemie merkt man bei einigen Menschen, auch bei vielen aus dem Milieu der sogenannten Querdenker, dass diese den Staat als eine Art Dienstleister sehen. Sie denken, sie zahlen Steuern, dafür könnten sie dann aber maximalen Profit aus dem Staat ziehen, der für sie zu funktionieren habe wie ein Supermarkt oder ein Geschäft. Man zahlt und dann will man dafür auch etwas bekommen.

So aber funktioniert kein Gemeinwesen, denn diese egozentrische Sicht, in der es nur darum geht, selbst ein Maximum an Vorteilen zu ergattern, lässt ein Gemeinwesen und einen Staat auf Dauer kollabieren.

Schön bringt dies der Philosoph Richard David Precht bei Markus Lanz auf den Punkt.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Der Staat als Dienstleister?“

  1. Es gibt Leute, die wollen aus dem Staat möglichst viel herausquetschen. Aber auch der Staat will offensichtlich immer wieder möglichst viel aus den Leuten herausquetschen, insbesondere Steuern. Ist das denn gerecht?

    Mir wäre es lieber, wenn der Staat eher wie ein Dienstleistungsunternehmen funktionieren würde. Unternehmen kann der Kunde nämlich nicht ausbeuten und umgekehrt können Unternehmen den Kunden nicht ausbeuten. Beide Seiten kommen miteinander ins Geschäft, wenn sie sich beide einen Vorteil davon versprechen. Man bekommt so tendenziell Win-Win-Lösungen.

    Am besten wäre es, wenn der Staat sich aus den meisten Dingen heraushalten und so echten Unternehmen das Feld überlassen würde. Dann würde nämlich das Denken in Zwängen abnehmen, welches heutzutage herrscht nach dem Motto: „Der Staat zwingt mich, Steuern zu zahlen, deswegen will ich mit Demos den Staat zum Einlenken zwingen“. Die Welt wäre ein friedlicherer Ort und der von euch geschätzte Einsatz für andere würde wieder mehr Aufwind bekommen, da er viel stärker gefragt wäre. Das ist der klassisch-liberale Ansatz.

    Übrigens hat der klassisch-liberal gesinnte Fürst von Liechtenstein ein interessantes Buch geschrieben, in dem er genau dafür plädiert, die Staaten in Dienstleistungsunternehmen zu verwandeln: Der Staat im dritten Jahrtausend.

  2. Naja, die Steuern zahlen wir genaugenommen nicht für den Staat, denn der Staat sind wir alle. Die Steuern zahlen wir also für uns alle, damit unser Land verwaltet wird. Krankenhäuser, Schulen, Straßenbau, generell die Infrastruktur, die innere und äußere Sicherheit, Sozialhilfe für finanziell schwache Menschen und so weiter.

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