Pandemie: Sollen die Impfstoff-Patente zeitweise ausgesetzt werden?

Wir haben nun schon seit fast einem Jahr weltweit eine Pandemie, circa acht Milliarden Menschen sind von ihr betroffen.

Die deutsche Firma Biontech wurde mit Steuergeldern gefördert, um Impfstoff gegen das Coronavirus zu erforschen und zu produzieren. Sollen ihre Patente den Impfstoff betreffend zeitweise ausgesetzt werden?

Menschen, die sich gegen eine Beseitigung der Patente wenden, behaupten, Firmen wie bei Biontec hätten künftig keine finanziellen Anreize mehr, in Entwicklungen zu investieren, wenn man ihnen nun ihr Patent wegnähme und sie dadurch den erhofften Profit nicht machen könnten. Zum anderen dauere es sechs Monate oder länger, bis andere Firmen überhaupt soweit wären, denselben Impfstoff produzieren zu können. Auch hätten andere Firmen das nötige Wissen ja gar nicht.

Doch das sind Scheinargumente. Denn letztlich geht es nicht um Profit, sondern es geht um Menschenleben, um Millionen von Menschenleben weltweit. Der Mensch lebt nicht für den Profit, sondern der Profis ist dafür da, um das menschliche Leben lebenswert zu machen.

Wenn man heute die Patente zumindest für einige Monate oder Jahre aussetzen würde, könnten 10 oder 100 oder 1000 weitere Firmen mit dem Aufbau von Produktionsstraßen beginnen, in sechs oder acht oder zehn oder vielleicht auch erst zwölf Monaten gäbe es somit unzählige Hersteller, die das überlebensnotwendige Vaczin produzieren könnten. Die bisherigen Hersteller könnten dazu die neuen Hersteller schulen, so dass das Wissen schnell weitergegeben werden würde.

Innerhalb von wenigen Monaten könnte die ganze Menschheit geimpft sein. Dies wäre umso wichtiger, weil sich zum einen das Coronavirus so verändern könnte, dass ein neuer Impfstoff produziert werden müsste, welcher dann ähnlich schnell zur Verfügung stünde. Zum anderen besteht die Möglichkeit, dass komplett neue Viren auftauchen, auf die man ebenfalls schnell reagieren müsste, so schnell, dass sich keine Mutationen parallel zu dem ursprünglichen Virus durchsetzen können.

Die Firma Biontec und auch andere Firmen, die eine zeitweise Aussetzung der Patente betreffen würde, könnten natürlich durchaus vom Staat finanziell entschädigt werden.

Dem müsste aber Rechnung getragen werden, dass gewisse Firmen zum einen ohnehin auf die Erkenntnisse der Forschung und Grundlagenforschung von Universitäten zurückgreifen, also auf Forschung, die mit Steuergeldern finanziert wurde, und dass einige Firmen ohnehin schon vom Staat, der in Vorleistung gegangen ist, vorfinanziert wurden. Wenn also der Staat derartige Leistungen schon erbracht hat und zudem die Firmen finanziell unterstützen würde, hätten sie auch weiterhin Interesse daran, in künftige Forschung zu investieren, weil sie trotzdem mit einem Plus aus der ganzen Sache heraus gehen würden. Zudem könnten Firmen, die Impfstoffe nachproduzieren, Lizenzgebühren an die ursprünglichen Firmen, die den jeweiligen Impfstoff entwickelt haben, zahlen müssen.

Es geht um Menschenleben. Und es ist ethisch nicht in Ordnung, abzuwarten, bis über die Jahre nach und nach endlich mal genug Impfstoff produziert sein könnte. Es geht nicht um Profit, es geht um Menschenleben. Das menschliche Leben muss immer Vorrang haben. Abschließend ein kurzer Gedanke für diejenigen, bei denen vielleicht der Profit im Vordergrund stehen sollte: es geht übrigens auch um die gesamte Weltwirtschaft.

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