Inauguration day. Eine kurze Analyse

Heute wird also Joe Biden zum rechtmäßigen 46. Präsidenten der USA ausgerufen, unter erheblichem Sicherheitsaufgebot.

Dieses Sicherheitsaufgebot ist nötig, weil durch die Hetze und die Lügen des vorhergehenden US-Präsidenten Donald Trump zu befürchten steht, dass aufgehetzte Trump-Anhänger die Inauguration stören könnten, möglicherweise sogar mit Waffengewalt, was natürlich nicht zu hoffen ist. Der kürzliche Sturm auf das US Capitol ist noch im Gedanken gegenwärtig.

Donald Trump hielt derweil in einer Rede fest, wie er seine Präsidentschaft fand, nämlich einerseits mehr oder weniger genial, andererseits aber auch schlichtweg genial. Die Menschen, die aufgrund seiner massiven Ignoranz und Versäumnisse bei der Pandemiebekämpfung bislang gestorben sind, gut 400.000 US-Amerikaner, erwähnte er gerade mal in einem Satz. Er wünschte der neuen Regierung, ohne Joe Biden namentlich zu erwähnen, viel Glück. Glück kann die neue Regierung natürlich durchaus brauchen, weil sie das Land, das Donald Trump durch Hetze und Hass und Lügen massiv gespalten hatte, irgendwie wieder zusammenbringen und auch die Versäumnisse bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie aufarbeiten muss.

Die hoffentlich friedliche Machtübergabe nun kam auch dadurch zustande, dass die großen sozialen Netzwerke, beispielsweise Twitter und Facebook, Donald Trump nach dem Sturm auf das US Capitol einfach den Account gesperrt hatten, sodass Trump seine Hetze und seine Lügen nicht weiter auf großer Plattform in die Welt verbreiten konnte. Allerdings hatten diese Netzwerke ihn jahrelang gewähren lassen und sind somit wohl auch mitverantwortlich für das extrem aufgeheizte gesellschaftliche Klima in den USA. Doch diese Netzwerke haben gerade noch die Notbremse gezogen. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wenn diese Zivilcourage, die diese Netzwerke nun an den Tag gelegt haben, nicht stattgefunden hätte. Wobei der Begriff Zivilcourage hier vielleicht auch etwas fehl am Platz ist, denn kurz vor Ende der Amtszeit, wenn eigentlich nichts mehr zu verlieren ist, den Twitter-Account zu sperren bzw den Zugang zu Facebook oder YouTube, verlangt eigentlich nicht mehr sonderlich viel Mut von diesen Konzernen, sondern ist fast schon opportunistisch: sie verlassen gerade noch rechtzeitig das sinkende Schiff des Donald Trump.

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