In seiner dezenten Hässlichkeit ist der Hohenzollernplatz irgendwo auch schön. Und in seiner Schönheit ist er hässlich.
Er vereint beides. Und er liegt in München Schwabing, wo auch unterschiedliche Leute aufeinander treffen. Manche gehen in den Discounter, einen Penny, der nicht gerade im neuesten Chique eingerichtet ist und durch seine engen Gänge charakterisiert wird. Dort treffen sich Menschen mit wenig Geld, dort treffen sich Menschen mit viel Geld. Neben dem Discounter gibt es dort aber auch weitere Geschäfte, in denen man durchaus Geld lassen kann. Nicht alles ist billig an diesem Ort.
Der Platz selbst ist einerseits ein Durchgangsplatz sowohl für Fahrradfahrer als auch Fußgänger. Andererseits läd er auch zum Verweilen ein. Im Winter ist hier manchmal ein kleiner Christkindlmarkt. Im Sommer sprudelt Wasser aus dem Brunnen in der Mitte. Und im Herbst sind die Bäume gelb.
Hier wollte vor vielen Jahren jemand mit mir einmal über Gott reden, als ich auf einer Bank saß. Dieser jemand sprach aber eigentlich nur irgendeine asiatische Sprache und Deutsch nur insofern, als man ihn vielleicht hätte verstehen können, wenn er das Ganze schriftlich gemacht hätte. Insofern war die Diskussion von kurzer Dauer, zumal ich ohnehin auf meinem theologisches Examen lernte auf besagter Parkbank.
Und dann gibt es noch die Bettlerin, die seit Monaten an einem U-Bahn Ausgang saß, aktuell aber dort nicht mehr sitzt. Was wird sie wohl tun?
Gäbe es die Fernsehserie „Lindenstraße“ noch nicht, könnte man vielleicht eine ähnliche Serie zum Hohenzollernplatz ins Leben rufen. Hier, zwischen 60er Jahre Bauten und teuren Altbauwohnungen mit immens hohen Räumen und noch höheren Mieten findet das Leben noch so statt, wie man es sich vorstellt. Es sind irgendwie alle sozialen Schichten dort zu finden. Und das ist vielleicht auch der besondere Charme dieses Platzes hässlich hübschen Platzes.
Wenn Sie mal in München sind, gehen Sie hier doch einfach mal vorbei.





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