Die Flüchtlinge des Tages

Einige Menschen in Deutschland und Europa hegen ja große Vorbehalte gegen Menschen, die beispielsweise aus Afrika flüchten.

Wenn diese Menschen dann am Strand aber für billiges Geld Kokosnüsse in der Hitze verkaufen, unterbezahlt Textilien anbieten und selber nur ein paar Cent dafür bekommen oder für ein paar Euro europäischen Kindern hübsche Strähnchen flechten, die beim Friseur viel teurer wären, mag man diese Menschen aus Afrika plötzlich. Aber nur zeitweise. Nur so lange, bis sie wieder in den Nachrichten erscheinen und bis irgendwelche populistischen Parteien diese flüchtenden Menschen wieder für ihre Zwecke ausschlachten.

Oder bis diese Menschen in einem völlig überfüllten Boot aus Libyen flüchten und dann zu einem großen Teil ertrinken. Dann ist man kurz betreten. Kurz. Bevor man Netflix einschaltet und sich ablenkt. Oder bevor man in die Kirche geht und sich denkt, Jesus sei doch Europäer gewesen und Nächstenliebe gelte doch zuvörderst nur unter Europäern.


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