Über die Empörungspirale in Politik und Medien

Heute, so scheint es, ist man nur ein guter Politiker, wenn man am besten täglich einmal in den Medien erscheint. Stündlich wäre auch okay.

Donald Trump hat diese Erkenntnis perfektioniert. Kürzlich, als die Sache mit dem hlHandelskrieg zwischen den USA und China schon langweilig zu werden drohte, zumindest für den Leser und Fernsehzuschauer, wollte Herr Trump schnell einmal Grönland kaufen. Guter PR-Coup. Grönland stand, entgegen allen Erwartungen, natürlich nicht zum Verkauf. Aber die Medien berichteten darüber.

Herr Boris Johnson hatte auch ein wenig davon gelernt. Da man vom Brexit ja allmählich die Nase voll hat und das in die Länge und Breite gezogene Thema schon nicht mehr hören kann, stellte er doch kürzlich in Frankreich, in dem Land der guten Manieren, einfach seinen Fuß auf einen Kaffetisch. Die Kameras stürzten sich darauf, die Medien. Die Zuschauer echauffierten sich. Ein geplanter Eklat.

Gab’s sonst noch was? In Deutschland ist eigentlich nur die AFD für derartiges gut, aber aus dem Lager ist es aktuell ja glücklicherweise einigermaßen ruhig.

Wie schaut es bei der SPD aus? Herr Scholz will Vorsitzender der SPD werden. Aber das taugt nicht für einen Aufreger, zumal Herr Scholz alles andere als aufgeregt ist, der Antipopulist gewissermaßen.

Und Herr Kramp-Karrenbauer von der CDU? Nachdem er kürzlich noch Kanzlerkandidat war oder zumindest als einer gehandelt wurde, ist er nun Verteidigungsminister. Nicht unoriginell übrigens, dass er sich vor einiger Zeit zu Karneval über Gendertoiletten echauffierte. Da hatte sich vermutlich das weibliche Element im Herrn Kramp-Karrenbauer zu Wort gemeldet.

Wer war denn noch gleich der andere Kanzlerkandidat? Ach ja, Friedrich Merz, der Typ mit Schneid und markigen Worten. Was macht der so?

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber hier in Italien im Urlaub haben wir einen Ober im Restaurant, von dem meine Frau meint, er sehe Friedrich Merz doch ziemlich ähnlich. Ich kann das auch bestätigen. Könnte das der Grund dafür sein, dass man von ihm nichts mehr hört? Oder ist das auch einfach nur ein weiterer PR-Coup?


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Ein Kommentar zu „Über die Empörungspirale in Politik und Medien“

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