US-Strafzölle gegen China. Gut oder schlecht?

Krawehl, krawehl! Die Weltkonjunktur werde einbrechen, wenn Trump so weitermache. Ein Handelskrieg habe noch niemandem genützt. Das sei das Anfang vom Ende, unken viele. Haben sie recht?

Ab Montag sollen auf eine ganze Menge Handelsgüter aus China, die in die USA importiert werden, 25% Importzölle fällig werden. Zumindest steht es so auf dem Papier, wenngleich die Zölle vielleicht noch etwas auf sich warten lassen könnten.

Donald Trump will erreichen, dass die US Handelsbilanz mit China stärker ausgeglichen sein soll. China soll also mehr Waren in den USA kaufen. Zum anderen möchte er erreichen, dass China seine Gesetze in Bezug auf geistiges Eigentum verändert, sodass Technologien aus den USA auch in China vor einem Nachbau oder Ideenklau besser geschützt sind.

In den Medien hört man, dass erstmal die US-amerikanischen Händler die strafzölle zahlen werden, und nicht China. Damit enden viele Berichte.

Das mag zwar stimmen, angedacht ist aber wohl etwas anderes. Donald Trump will offenbar die Arbeitsbedingungen innerhalb der USA stärker von der Globalisierung abkoppeln und so mehr Arbeitsplätze im eigenen Land schaffen. Das ist an sich nachvollziehbar. In den USA, beispielsweise in San Francisco, sind in den letzten Jahren die Menschen, die keine Wohnung mehr haben und zusammen mit einem Einkaufswagen, in dem sie ihr Hab und Gut mit sich herum transportieren, auf der Straße leben, weil sie zu wenig verdienen, zahlenmäßig immer mehr geworden. Und so dürfte es in vielen US-amerikanischen Städten sein.

Der Gedanke ist, dass mehr Menschen in den USA künftig bessere Löhne und sicherere Arbeitsplätze haben werden, wenn die Produktion zurück in die USA geholt werden kann. Skeptiker sagen, es gebe dann allerdings keinen Grund für die US-amerikanische Industrie, ihre Produkte weiterhin günstig zu halten, sondern sie könnte dann prinzipiell auch fast 25% auf den Preis der Produkte aufschlagen.

Wie die ganze Sache ausgehen wird, wird sich zeigen. Möglicherweise haben die Kritiker recht, dass Handelskriege immer schlecht sind. Eine ungezügelte Globalisierung hat jedoch auch vielen Menschen Leid gebracht und sie arbeitslos gemacht oder in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt. Drum sollte man doch wahrnehmen, was hinter dem Anliegen von Donald Trump steckt. Er will, dass sich Arbeit im eigenen Land wieder lohnt und diese Arbeit nicht ausgelagert wird in Billiglohnländer.

Dadurch werden sicherlich die Produkte im eigenen Land teurer. Aber, so das Kalkül, dadurch, dass Produkte teurer werden, könnten wahrscheinlich auch die Löhne steigen und die Gesellschaft insgesamt stärker davor geschützt werden, ins Prekariat abzurutschen.

Warten wir mal ab, ob die Wette aufgeht. Das Anliegen an sich ist allerdings kein so schlechtes, wie es oft in der Presse dargestellt wird.


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