Drakonische Strafen in Brunei

Schwulsein in Brunei ist künftig nicht mehr so entspannt.

Bislang konnte man für Homosexualität bis zu 10 Jahre ins Gefängnis gesperrt werden, heute möchte das Sultanat jedoch etwas klarer auf derlei sexuelle Ausrichtung reagieren und Homosexuelle prophylaktisch gleich hinrichten. Nur ein toter Homosexueller sei ein guter Homosexueller. Nicht, dass derjenige andere dann noch mit seiner Schwulheit anstecke. Am Schluss könnte sonst nämlich womöglich ganz Brunei schwul werden und aussterben, weil man ja keine Kinder mehr bekommen könne dann.

Auch Taschendiebstahl macht in dem Sultanat nicht mehr so viel Spaß wie früher noch. Dieben können nach den Vorstellungen der Scharia nämlich künftig Arme und Beine amputiert werden. Klar, so jemand dürfte wohl kaum wieder einen Taschendiebstahl begehen, höchstens vielleicht mit dem Mund und den Zähnen sich etwas aus der Tasche von einem anderen angeln. Aber dies natürlich unter erschwerten Bedingungen. Das solle den Taschendieben mal eine Lehre sein.

Die EU hatte jedoch recht scharf auf derlei Vorhaben reagiert und dazu aufgerufen, die Einfrierung von Vermögen zu prüfen und Visa auszusetzen.

Das findet man in Brunei nicht so toll und beruft sich darauf, dass diese drakonischen Strafen ja doch beispielsweise nur die Ehe retten wollten. Man solle halt einfach nicht so schwul sein, sondern lieber in einer Ehe zwischen Mann und Frau zusammenleben. Dann werde man ja auch nicht gesteinigt. Sei doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen, die Sache.

Brunei reagierte mit einem gewissen Unverständnis auf die Forderungen nach grundlegenden Menschenrechten von Seiten der EU und forderte für die eigenen Belange nun mehr Toleranz und Respekt von der EU. Man meine es doch nur gut (also vielleicht nicht mit Homosexuellen und Dieben, aber mit sich selber und allen Linientreuen zumindest.)

Als mögliche Handreichung hört man aus Brunei, man solle eben einfach im Ausland schwul sein, wenn man dann aber nach Brunei einreise, heterosexuell.

Es bleibt spannend. Bis die Sache geklärt ist, sollten sich Homosexuelle möglicherweise doch lieber ein anderes Urlaubsziel suchen.


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