Über das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom der Medien

Als US-Präsident hat man es auch nicht immer leicht. Lief bislang alles noch wie in Butter und bereits seit dem Wahlkampf sprangen die Medien willig noch über jedes mediale Stöckchen und jede dahingeworfene und sogleich halbherzig wieder einkassierte zotenhafte Ungeheuerlichkeit, kann man sich in dieser Hinsicht auf die Medien gar nicht mehr verlassen. Die Tweets von Herrn Trump haben ablenkende Gesellschaft bekommen.

Seit nämlich der Brexit und die „fridays for future“-Demonstrationen miteinander um die mediale Aufmerksamkeit konkurrieren, sind die trumpschen Tweets erstmal aus dem Rennen.

Wer dann letztlich das mediale Rennen macht, ist unklar. Vielleicht steigen die Briten ja wirklich noch in diesem Jahrhundert aus der EU aus und danach wäre das Thema dann gegessen. Oder die Medien verlieren Lust und Interesse, immer wieder über dasselbe und somit fad werdende Thema berichten zu müssen, über Schülerinnen und Schüler, die statt des Unterrichts zum Demonstrieren fürs Klima gehen.

Was wäre das nächste Thema, das für einen Medienhype und eine erhöhte Verkaufsquote für die Produkte der Medienhäuser geeignet wäre ?

Vom Fraktionsvorsitzenden der rechtsextrem angehauchten AfD, Herrn Gauland, bekommen die Medien derzeit auch nicht mehr allzu viele Stöckchen vorgeworfen, seit die Staatsanwaltschaft sich für steuerliche Unregelmäßigkeiten von ihm interessiert. Ähnlich mit der Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel, der Unternehmensberaterin, die von Unregelmäßigkeiten bei der Parteienfinanzierung nichts mitbekommen, geschweige denn gewusst haben will.

Zwischendrin der verzweifelte Versuch von Bundestagsvizepräsident Kubicki (FDP), der den us-amerikanischen Generalkonsul ausweisen wollte. Dieses kleine Skandalon verpuffte gleich nach ein bis zwei Tagen in den Medien wieder.

Über was also berichten ? Erstmal auf den Brexit hoffen und darauf, dass er noch irgendwas skandalöses produzieren könnte, was sich für die Berichterstattung über Monate hinweg eignen könnte. Und parallel vielleicht immer mal wieder zur demonstrierenden Schülerschaft blicken, in der Hoffnung, der Medienkonsument könne sich an diesen Themen gar nicht satt genug essen. Und wenn auch das nicht mehr zieht, dann vielleicht wieder auf einen Knaller von Herrn Trump hoffen.

Ja, guter Plan für die Medien. So läuft das Geschäft.


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