Der Papst zum Thema Missbrauch

Letzte Woche tagte man im Vatikan zum Thema Missbrauch und überlegte sich, wie man ihn künftig verhindern könne. Gemeint ist der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, die irgendwie im Umfeld der katholischen Kirche sind.

Papst Franziskus will diesem Missbrauch den Kampf ansagen und verfolgt das Ziel, dass die katholische Kirche eine Kirche werden solle, in der sich Kinder sicher fühlen können.

Kritikern geht die Initiative nicht weit genug, weil inhaltlich nicht sonderlich klar ist, wo Veränderungen stattfinden sollen.

Eine Veränderung ist zumindest, dass eine so genannte taskforce gebildet werden kann, die in Länder entsendet wird, in denen Missbrauchsfälle bekannt sind.

Allerdings ist fraglich, was mit Ländern oder Kirchen ist, in denen zwar Missbrauch stattfindet, dieser aber noch nicht bekannt geworden ist. Sollen die Kinder dann verschiedene Formblätter bei dem Priester ihres Vertrauens beantragen, der diese dann an den Papst weiterleitet, damit eine Papst-force entsendet wird?

Zwar betonte Papst Franziskus, dass sexueller Missbrauch von Minderjährigen ein generelles Thema der Gesellschaft sei. Aber so ganz überzeugend ist diese Strategie des whataboutism nicht, denn man will ja nicht wissen, dass die gesamte Gesellschaft vielleicht ein Problem hat, sondern wie der Vatikan gedenkt, dort endgültig mal einen gut funktionierenden Riegel vorzuschieben.

Bis dahin kann der fromme Christ wohl beten, dass er sein Kind, das er in die Obhut der Kirche gibt, auch so wieder zurück bekommt, wie er es abgeliefert hat.

In Bezug auf die sicher gut gemeinten Bemühungen des Papstes denkt man sich, der Wille ist da, aber das Fleisch ist schwach.

Gut gemeint ist noch nicht gut gemacht. Aber es ist immerhin ein Ansatz. Bei der Geschwindigkeit, mit der die Mühlen von Institutionen wie der katholischen Kirche mahlen, dürfte bereits in wenigen Jahrhunderten die Sache behoben sein.

Jesus sagte, lasst die Kinder zu mir kommen. Er meinte das anders, als es manch pädophiler Priester bislang verstand. Das sollten auch immer mehr Priester verstehen.


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