Der Marathon zu Oldenburg und die ominösen Stickoxide

Kürzlich tickerte auf Facebook eine absonderliche Meldung durch. Erschienen war sie auf der Seite Tichys Einblick, kurz darauf auch übernommen vom Focus. Der Inhalt war, dass gerade zur Zeit eines Marathons in Oldenburg, als eine Straße gesperrt war, dort die Stickoxidbelastung höher als normal gewesen sei.

Der Tenor des Artikels war, das könnte ja nicht sein, der Diesel sei also nicht schuld, sondern wenn, so wurde insinuiert, ließen Marathonläufer die Stickoxide noch höher in die Höhe schießen. Marathonläufer seien also das wirkliche Problem.

Allerdings liegt hier wohl ein kleiner Denkfehler zugrunde.

Denn es ist ja nicht so, dass alle anderen Dieselfahrzeuge in der Stadt plötzlich still stünden, nur weil eine Straße mal für einen Marathon gesperrt ist. Und es dürften wohl auch kaum die Marathonläufer sein, die für die erhöhte Stickoxidkonzentration zuständig sind, sondern Fahrzeuge, die eben im Rest der Stadt umherfahren.

Ach ja, und zusätzlich kam dann noch eine Meldung über Facebook, gewissermaßen zur Untermauerung der Marathonthese, dass beispielsweise eine Zigarette ja wesentlich mehr Stickoxide in die Umwelt puste, als die an Straßenmessstationen gemessenen bzw zulässigen Höchstwerte. Rauchen sei also wesentlich gefährlicher, als in der Stadt zu wohnen, weil dort die Grenzwerte für Stickoxide im Vergleich zum Rauch einer Zigarette ja lächerlich gering seien.

Auch hier ein kleiner, aber feiner Denkfehler. Denn der Verkehr auf Straßen in Städten findet das ganze Jahr über statt. Man hat dagegen jedoch noch niemanden getroffen, der 24 Stunden am Tag und 365 Jahre im Jahr nonstop Zigaretten rauchen würde. Oder machen Sie das so? Eben.


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Kommentare

3 Kommentare zu „Der Marathon zu Oldenburg und die ominösen Stickoxide“

  1. Avatar von Würden Sie sowieso nie veröffentlichen
    Würden Sie sowieso nie veröffentlichen

    Ohje, einfach mal solch eine Meldung ungeprüft in die Umwelt posaunen … der Heiligengeistdamm kann nicht so einfach umfahren werden. Abgase von Autos aus benachbarten Straßen gelangen eher nicht zur Messstation – und im Norden befindet sich eine Grünanlage!
    Um die Feinstaubbelastung einer einzigen Zigarette zu simulieren müssten Sie sich ein paar Tage an eine viel befahrene Straße stellen. Raucher qualmen aber in der Regel mehr als eine Zigarette in 48 Stunden.
    Offensichtliche sind Sie nicht sehr genau bei Ihren recherchen, sonst hätten Sie einen solch dummen Kommentar nicht verfasst!

  2. Es steht Ihnen anheim, die Sache so zu sehen, wie Sie das gerne möchten.

  3. … aber sonderlich begründet gehen Sie in ihrem Kommentar ja auch nicht vor. Vielleicht erläutern Sie mal etwas deutlicher, wo Sie meinen, dass Dinge anders sein müssten? Wie kommen Sie denn darauf, dass Abgase von anderen Straßen nicht zu dieser Messstation kommen? Die zuständigen Behörden, die sich um Luftreinhaltung kümmern müssen, sehen es meines Erachtens nämlich anders. Und für welche Lobbygruppe schreiben Sie eigentlich?

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