Bis zu 66 Kinder pro Tag. Dramen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA.

Donald Trump hat die Einwanderungspolitik der USA extrem verschärft.

Wenn derzeit Menschen illegal über die Grenze zwischen Mexiko und den USA kommen, werden sie in Lagern eingesperrt, welche von Kritikern als Käfige bezeichnet werden. Haben sie Kinder dabei, werden diese von ihnen getrennt und in Heimen untergebracht. In den vergangenen 5 Wochen waren das mehr als 2300 Migrantenkinder, seit dem 19. April bis zum 31. Mai waren es 1995 Kinder, die von den Eltern so getrennt wurden. Das entspricht im ersten Fall einem Durchschnitt von 66 Kindern pro Tag, im zweiten Fall einem von 47 Kindern.

Auch der Aufschrei in den USA ist groß, die Mehrheit der US-Amerikaner ist entsetzt. Selbst die First Lady, Melania Trump, findet offenbar diese Zustände unhaltbar.

Und sie sind es wohl auch. Denn vorgegangen wird hier nicht mehr gegen die Schwächsten in der Gesellschaft, gegen die mittellosen Migranten, sondern gegen die Schwächsten der Schwächsten, die Kinder der Migranten. Diese alleine und getrennt von den Eltern in irgendwelche umgebauten Supermärkte, Auffanglager oder Heime zu stecken weckt in Deutschland böse Erinnerungen an Berichte von ehemaligen Heimkindern, die Jahre oder auch Jahrzehnte später von Misshandlungen, auch von sexuellen Misshandlungen, in Heimen berichten. Wirklich gut aufgehoben dürfte ein Kind in einem Heim so gut wie nie sein.

Und Eltern von ihren Kindern zu trennen erscheint vielen Menschen als ein Akt besonders hoher Grausamkeit. Für die Eltern ist dies unerträglich, für die Kinder dürfte es zudem ein Trauma sein, über das sie womöglich ihr Leben lang nicht mehr hinwegkommen können und werden.

Die USA zeigen sich in dieser Hinsicht von einer Seite, die man an ihnen so nicht kannte. Über Jahrzehnte galten sie als ein Glanzlicht für Demokratie und Menschenrechte. Das hat sich offenbar geändert.

Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen sagte, den Kindern gehe es gut. Das ist natürlich sehr glaubhaft. Kindern, die gerade eine Flucht durchgemacht und ihre Eltern verloren haben, geht es ja in der Regel immer gut. Ist ja allgemein bekannt. Wie man aus Europa weiß, sind ja gerade und besonders Flüchtlingskinder, die auf der Überfahrt über das Mittelmeer ihre dort ertrunkenen Eltern verloren haben, immer besonders guter Dinge. Was soll schon schlimm an einer Trennung von den Eltern sein?

Donald Trump zwitscherte am Montag, Kriminelle würden die Kinder missbrauchen, um über die Grenze zu gelangen.

Ob die US-Regierung aktuell die Migrantenkinder missbrauche, um Migranten abzuschrecken, darüber zwitscherte er nichts.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/kirstjen-nielsen-us-heimatschutzministerin-familientrennung-migranten


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Kommentare

4 Kommentare zu „Bis zu 66 Kinder pro Tag. Dramen an der Grenze zwischen Mexiko und den USA.“

  1. Avatar von Rudi Harzer
    Rudi Harzer

    Mir fällt ganz spontan ein: Trump möge die ganze Nacht das traurige Geschrei der Kinder hören.
    Rudi

  2. Ja, aber leider wird das wohl nur ein frommer und trauriger Wunsch bleiben.

  3. Avatar von Rudi Harzer
    Rudi Harzer

    …. Ist leider nur ein Wunsch, denn Rache überlassen wir lieber Gott.

  4. Naja, Rache ist vielleicht ein ungünstiges Wort. Überlassen wir ihm am besten das Richten über diese menschliche Katastrophe.

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